Innsbrucker Meisterkonzerte: Anflug von Champagnerlaune

Eine schwungvolle Fusion von Flöte und Klavier beim ersten Innsbrucker Meisterkonzert.

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Schweizerisch-französisches Doppel im Congress: Flötist Emmanuel Pahud und Pianist Éric Le Sage.
© Meisterkonzerte/Scheunpflug

Innsbruck – Die Innsbrucker Meisterkonzerte bringen die Crème des klassischen Fachs in den Congress. Wer sich zum Feierabend zwei Stunden anspruchsvollen Musikgenuss gönnen will, ist hier in der Regel gut aufgehoben. Sogar freie Plätze sind für die großteils im Abo verkaufte Konzertserie fallweise zu haben, die Corona-Verunsicherung macht’s möglich.

Dienstagabend also das erste meisterliche Konzert der neuen Saison. Es ist – wie vor wenigen Tagen beim Kammerkonzert im Haus der Musik mit François Leleux und Emmanuel Strosser – wieder ein gemischtes Doppel aus Blas- und Tasteninstrument: Emmanuel Pahud, Soloflötist der Berliner Philharmoniker, und Éric Le Sage am Flügel lautet das aktuelle Line-up.

Im Schatzkästchen des für diese Konstellation möglichen Repertoires haben die beiden tief gewühlt, um mit Sonaten von Paul Hindemith, Sergej Prokofjew und Ludwig van Beethoven vorstellig zu werden. Zum Drüberstreuen werden zwei berührend schöne Lieder Gustav Mahlers in spezieller Bearbeitung kredenzt. Über weite Strecken dominieren aber Ausgelassenheit und Lebensfreude – und dies bei mächtig Tempo.

Die beiden Kapazunder auf der Bühne begegnen einander mit Respekt. Weder Pahud noch Le Sage bestehen auf das letzte Wort. Die Musik aus beiden Instrumenten fließt ineinander – eine Fusion edler Klänge. Virtuosität braucht kein Vordrängeln.

Im Saal Tirol wird – so die Hoffnung – auch wieder einmal bei Bällen das Tanzbein geschwungen. Champagnerlaune kommt schon an diesem Abend auf. Stimmungsauslöser ist just der als Grantler apostrophierte Beethoven. Dessen Sonate in G-Dur op. 30 Nr. 3, drittes Werk einer Reihe aus dem Jahr 1802, wird auch „Champagner-Sonate“ genannt, aufgrund von Ähnlichkeiten zur „Champagner-Arie“ in Mozarts Oper „Don Giovanni“.

Geschrieben hat Beethoven diese Sonate für Violine und Klavier. Emmanuel Pahud zeigt in seiner Umarbeitung, wozu so eine Querflöte, in den richtigen Händen, in der Lage ist. Da geht richtig die Post ab. (mark)


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