Unternehmer Kleinemeier über eine Zukunft ohne Grenzen

Technologisch ist alles möglich, Limits gibt es nur im Kopf, sagt Michael Kleinemeier.

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Michael Kleinemeier lebt nach dem Motto „the sky is the limit“ und sorgt sich um fehlende Mitarbeiter der Zukunft.
© Thomas Böhm

Innsbruck – Er hat die Entwicklung von SAP über mehr als drei Jahrzehnte maßgeblich mitgestaltet, war von 2015 bis 2020 Mitglied des globalen Vorstandsteams und hat mit 64 Jahren eine neue Programmiersprache gelernt: Michael Kleinemeier hält nichts von Stillstand. Den könne man sich heute auch nicht mehr leisten, sagt er, denn während es 50 Jahre dauerte, bis das Telefon 50 Millionen Endnutzer hatte, schaffte es das Spiel „Pokemon GO“ in 19 Tagen. „Es hat sich verändert, wie wir sprechen, wie wir shoppen, wie wir schauen und spielen“, schildert Kleinemeier und meint damit WhatsApp, Amazon, Netflix und Co.

188 Millionen Mails werden weltweit pro Minute versendet, erklärt der Unternehmer – und hinter all diesen Dingen stehen: Daten, Daten und noch mehr Daten. Mit diesen zu arbeiten sei die große Herausforderung für Unternehmen. Künstliche Intelligenz (KI) und Co. sei nicht mehr aufzuhalten, die Frage, die sich Unternehmer heute stellen müssen, laute: „Treibt dich die Digitalisierung oder treibst du die Digitalisierung voran?“

Denn viele Unternehmen würden blockieren, „Organisation und Kultur in Firmen sind die größten Hemmnisse in der digitalen Transformation“, sagt Kleinemeier. Der Selbstgefallen – also die Überzeugung, dass es keinen Veränderungsbedarf gibt, weil alles seit Jahren genau so funktioniert – sei mit eine der größten Stolperfallen.

Die Arbeitswelt werde sich deutlich und schnell verändern, viele repetitiven Arbeiten werden durch KI-unterstützte Technologien ersetzt. „Hinzu kommen mehr höherwertige Aufgaben, wir werden eine hohe Anzahl an Mathematikern und Statistikern brauchen“, führt der Unternehmer aus – und ergänzt: „Dahingehend sieht es düster aus.“ Eine einzige Hochschule in China bilde mehr Menschen aus, die potenziell mit Künstlicher Intelligenz arbeiten können, als alle Hochschulen in Deutschland zusammen, sagt Kleinemeier. Eine der größten Herausforderungen der Zukunft sei also der „war of talents“, der Kampf um die besten Fachkräfte. Kleinemeier arbeite deshalb mit Partnern an einem „Begeisterhaus“, wo Kinder Roboter steuern und programmieren sollen, um sie spielerisch an diese Themen heranzuführen. Denn das müsse gelingen, ist sich der Experte sicher, „ansonsten kommen wir dem Bedarf nie mehr nach“.

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Technologisch sei es nämlich „eine Zukunft ohne Grenzen“, ganz nach dem Motto „the sky is the limit“, sagt der Experte. (TT)


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