Unternehmerin Lauterbach: „Es geht nicht ohne KI-Affinität“

Start-up-Unternehmerin Anastassia Lauterbach sieht die Zukunft von Industrie und Wirtschaft in Künstlicher Intelligenz.

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Linguistin Anastassia Lauterbach kümmert sich um die Verbindung von Künstlicher Intelligenz und traditioneller Industrie.
© Böhm

Innsbruck – „Algorithmen verbessern Leben“, sagt Anastassia Lauterbach. Die deutsch-russische Unternehmerin gilt als Grenzgängerin zwischen disruptiver Forschung und visionärer Wirtschaft. Sie ist Mitglied des Advisory Boards der globalen Blockchain-Infrastruktur-Organisation Ocean Protocol und Senior Advisor für Künstliche Intelligenz bei McKinsey & Company. Eigentlich studierte sie Linguistik, Slawistik und Psychologie an der Staatlichen Universiät Lomonossow in Moskau und an der Friedrich-Wilhelm Universität Bonn. Auf die Studien folgten Management-Positionen bei der Münchner Rück, dem Beratungsunternehmen McKinsey & Company, Daimler Chrysler, T-Mobile Internationale, Qualcomm und bei der Deutschen Telekom. 2013 gründete Lauterbach eine Consulting und Venturing GmbH, die in amerikanische Start-ups investiert.

Lauterbach sieht die digitale Zukunft in Künstlicher Intelligenz (KI), also der Automatisierung intelligenten Verhaltens in Maschinen. Die studierte Linguistin glaubt also an die Sprache der Daten und sie vertraut darauf, dass diese auch sinnvoll genutzt werden können. Besonders sinnvoll sei KI etwa im Gesundheitsbereich, so sollten etwa – auf freiwilliger Basis – Patientendaten und auch Daten von Gesundheits-Apps bei Bedarf zusammengeführt werden können. So sei Medizin im Einzelfall personalisierter. Für die Zukunft wünscht sie sich, dass der Wert von Daten erkannt wird. Sie betont, dass auch Europa von KI profitieren könne. „In Europa wird kein Amazon und kein Google mehr gegründet, der Zug ist abgefahren. Aber Europa kann KI demokratisieren.“ Dazu brauche es aber mehr KI-Experten. Lauterbach führt Initiativen der Universität Helsinki an. „Es geht nicht ohne KI-Affinität“, sagt sie.

Programmieren sei auch nicht „männlich“, betont Lauterbach und weist auf ein Projekt der US-Technologieexpertinnen Melinda Gates und Fei Fei Li hin. Die beiden Frauen wollen die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz diverser machen, denn auch die Intelligenz der Computer brauche den Input unterschiedlicher, diverser Menschen. Derzeit würden zu viele „Burschen im Sweatshirt“ KI programmieren. Mit einem speziellen Programm versuchen die beiden in den USA Studenten zum Programmieren zu bringen. (TT)


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