Tiwag hält an Pumpspeicher-Projekt im Platzertal fest

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Der Speichersee ist oberhalb der Platzer Alm geplant.
© Wenzel

Kaunertal, Pfunds – „Vom Kraftwerksprojekt hört man ja gar nichts mehr. Vielleicht ist es eingeschlafen“, war unlängst bei den Besuchern einer Veranstaltung im Kaunertalsaal zu hören. Wenn das Kraftwerk nicht gebaut wird, könne man im Tal besser leben, „weil es dann auch keine Streitereien mehr gibt“, so die fromme Hoffnung unter den Einheimischen.

Die Tiwag halte sehr wohl an den Plänen zum Pumpspeicherkraftwerk Kaunertal II mit Speicher im Platzertal (Gemeindegebiet Pfunds und Tösens) fest. Die Einspeisleistung liege bei etwas mehr als 600 Gigawattstunden pro Jahr. „Diese Strommenge (entspricht dem Bedarf von fast 200.000 Haushalten; Anm.) brauchen wir dringend für die Energiewende“, zeigte Tiwag-Vorstand Johann Herdina am Mittwoch auf. „Wenn Strom aus Solarenergie und Windkraft in unregelmäßigen Mengen verstärkt ins Netz kommt, braucht es einen Ausgleich mit diesem Pumpspeicherkraftwerk“, erläuterte Herdina. Trotz Vorleistungen in Höhe von 80 Mio. Euro sieht er den Spatenstich zum Kraftwerksbau „eher nicht mehr in diesem Jahrzehnt“. Der Grund liege in der „extrem aufwändigen Genehmigung“ inklusive eines so genannten Widerstreitverfahrens um die Überleitungsrechte von Wasser aus dem Ötztal.

Die Gemeinde Pfunds begrüßt das Projekt. „Bei uns würde die Gemeinde ebenso profitieren wie die Bauern der Platzer Alm und der Tourismus“, sagte Bürgermeister Rupert Schuchter. Der in „naturnaher Bauweise“ errichtete Speicher könnte mit einem Nostalgiebus besichtigt werden, so Schuchter. (hwe)

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