Ein Fitnesscheck der Stadt Innsbruck auf 192 Seiten

Wird die Sportstadt Innsbruck ihrem Ruf gerecht? Die Stadt präsentierte ein erstes Ergebnis.

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Sportstadträtin Elisabeth Mayr, Sportamtsleiter Romuald Niescher und Sabrina Scheiber (Institut für Sportwissenschaften) präsentierten ein Zwischenergebnis des Sportentwicklungsplans.
© IKM/M. Freinhofer

Von Matthias Reichle

Innsbruck – 74 Turnhallen, zwölf Tennisanlagen, 126 Kilometer Wanderwege, 331 Sportvereine mit 47.372 Mitgliedern und 740.000 Quadratmeter Park- und Grünflächen: Nicht weniger als die Vermessung des Innsbrucker Sports hat sich die Stadt im vergangenen Jahr vorgenommen. In einem Prozess, der bis 2023 dauern wird, macht man sich mit dem Institut für Sportwissenschaften der Uni Innsbruck rund um Professor Martin Schnitzer daran, einen Sportentwicklungsplan zu erstellen. Nun wurde ein Zwischenergebnis präsentiert – auf 192 Seiten kann man nicht nur die Zahl der Kletteranlagen (7) nachlesen, sondern auch, was die Stadt pro Einwohner im Sport fördert (2019: 31,52 Euro), wie viele die Kletterhalle besuchen (786 Eintritte pro Tag) oder was eine Stunde am Naturrasenplatz kostet (52 Euro).

Sind die Innsbrucker so sportlich wie ihr Ruf? „Die Vielfalt, die an Infrastruktur und Programm angeboten wird, ist unglaublich“, schwärmt Sportamtsleiter Romuald Niescher. Aber was will man mit all den Zahlen? „Es soll ein Handlungsleitfaden sein“, betont Sportstadträtin Elisabeth Mayr. Vollständig ist das Bild mit diesem ersten Schritt aber noch nicht, darum will man in einem nächsten – 2022 – auch stichprobenartig 1000 Bewohner Innsbrucks und der Umlandgemeinden zu ihren Wünschen und Bedürfnissen befragen, wie Sabrina Scheiber (Institut für Sportwissenschaften) erklärt. Das Ganze soll in zwei Wellen im Sommer und Winter passieren, um ein Gesamtbild zu erhalten.

Dann dürften auch Defizite stärker hervortreten. Wobei einige bereits jetzt augenscheinlich sind. Etwa ein Engpass bei den städtischen Turnhallen, der vor allem mit dem Ausbau der Ganztagesschulen zu tun hat, wie Mayr erklärt. Aber auch die Problematik bei den Hallenbädern, die in zehn Jahren 32,2 Prozent Besucher mehr aufnehmen müssen. Das Langzeitthema 50-Meter-Becken dürfte auch im Jänner im Gemeinderat wieder Thema sein, so Mayr. Im zuletzt präsentierten Doppelbudget kam es nicht vor.


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