Zwei Tote bei Zusammenstößen zwischen Indigenen und Soldaten in Chile

Im Süden Chiles kommt es immer wieder zu Brandanschlägen auf Häuser und Fahrzeuge. Hinter den Angriffen sollen teilweise radikale Gruppen vom indigen Volk der Mapuche stecken, die seit Jahrzehnten für die Rückgabe ihrer Ländereien kämpfen.

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Sicherheitskräfte wollen die aufgebrachten Demonstranten davon abhalten, in ein Krankenhaus zu kommen.
© MARIO QUILODRAN / AFP

Santiago de Chile – Bei Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und indigenen Demonstranten sind im Süden von Chile zwei Menschen ums Leben gekommen. Drei weitere Menschen seien bei den Auseinandersetzungen nahe der Stadt Tirúa in der Region Biobío verletzt worden, sagte Innenminister Rodrigo Delgado am Mittwoch. Patrouillen der Polizei und der Streitkräfte seien an Straßensperren unter Beschuss geraten. Die Beamten hätten daraufhin das Feuer erwidert, sagte Delgado.

Wegen der jüngsten Welle der Gewalt gilt in der Gegend derzeit der Ausnahmezustand. Medienberichten zufolge handelte es sich bei den Todesopfern um zwei Männer vom indigenen Volk der Mapuche. "Sie töten das Volk der Mapuche, es gibt viele Tote und Verletzte", sagte die indigene Delegierte in der Verfassungsgebenden Versammlung, Francisca Linconao, laut einem Bericht des Radiosenders Cooperativa. "Wir sagen der Regierung: Es reicht."

Im Süden Chiles kommt es immer wieder zu Brandanschlägen auf Häuser und Fahrzeuge. Hinter den Angriffen sollen teilweise radikale Gruppen vom indigen Volk der Mapuche stecken, die seit Jahrzehnten für die Rückgabe ihrer Ländereien kämpfen. In der abgelegenen Region kommt es zudem immer wieder zu Raubüberfällen auf Fernfahrer und Schießereien. (APA/dpa)

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