Infektiologe Weiss zur Corona-Lage: „Jetzt wird es richtig sportlich“

Sowohl Infektiologe Günter Weiss als auch Intensiv-Medizinerin Barbara Friesenecker rufen zum Impfen auf. Letztere war am Mittwoch zu Gast bei „Tirol Live“.

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Infektiologe Günter Weiss.
© Thomas Böhm

Innsbruck – Günter Weiss ist so wie viele an der Innsbrucker Klinik seit knapp zwei Jahren im Dauereinsatz. Das Personal sei „psychisch und physisch schwer belastet“, meinte er. Im September hatte der Infektiologe noch gute Chancen auf einen Herbst und Winter ohne massive Einschränkungen gesehen. Gestern relativierte Weiss etwas bei einer Pressekonferenz des Landes. „Jetzt wird es schon ziemlich sportlich.“ Sozialkontakte seien jedoch wichtig, dennoch sollte man nun wieder vermehrt auf Abstände, Händehygiene und regelmäßiges Lüften achten.

Weiss richtete einen eindringlichen Appell an die Bevölkerung, sich impfen zu lassen. Es gehe darum, eine Immunisierungsrate von 80 Prozent zu erreichen. Dabei will Weiss aber Geimpfte und Genesene berücksichtigt wissen. Der Infektiologe geht davon aus, dass rund zehn bis 15 Prozent der Bevölkerung als genesen gelten. Derzeit liegt die Impfrate bei der Gesamtbevölkerung bei 64 Prozent.

📽️ Video | Barbara Friesenecker in „Tirol Live“

Bei „Tirol Live“ war gestern die Intensivmedizinerin Barbara Friesenecker zu Gast. Auch sie rief zum Impfen auf. Die Impfung schütze zwar nicht vor Ansteckung, jedoch zu einem hohen Grad vor einem schweren Verlauf. In Österreich empfiehlt das Nationale Impfgremium allen Menschen ab 18 Jahren, sich nach sechs bis zwölf Monaten zum dritten Stich anzumelden. „Bevor der Impfstoff abläuft, ist es sinnvoller, auch jungen Menschen einen dritten Stich zu geben“, meinte Friesenecker. Deutschland berät in dieser Frage noch und empfiehlt eine Auffrischungsimpfung nur Risikopatienten und Menschen über 70.

Weiss betonte, dass es sich beim dritten Stich um eine „Grundimmunisierung“ handle, wie man das auch von anderen Impfungen kenne. Die Mediziner gehen indes davon aus, dass es bei rund zehn Prozent der Geimpften zu einem Impfdurchbruch kommt. Das bedeute aber nicht, dass die Impfung versage. Man lerne eben dazu. „Es gibt nichts, das zu 100 Prozent hilft.“ Das Gespräch mit Barbara Friesenecker finden Sie oben im Video. (aheu)


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