Ruf nach einheitlichen Regeln, Österreich soll in Deutschland auf rote Liste kommen

Deutschland könnte Österreich bereits heute als Hochrisikogebiet einstufen. Das hätte jedoch keine Auswirkungen für Geimpfte und Genesene. Indes beginnen am Freitag die Ausreisekontrollen in den Bezirken Landeck und Reutte. Platter drängt auf bundesweite Regelungen. Auch bei den Krankenhaus-Maßnahmen gibt es Nachrüstungsbedarf.

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Ausreise aus den Bezirken Landeck und Reutte wird wieder kontrolliert – es benötigt einen 3-G-Nachweis.
© APA

Innsbruck, Wien – Das Infektionsgeschehen in Österreich, aber auch in Deutschland wird derzeit durch deutlich steigende Corona-Zahlen geprägt. Die Inzidenz, also die Neuansteckungen in den vergangenen sieben Tagen bezogen auf 100.000 Einwohner, beträgt in Österreich 430, in Deutschland 147. Deshalb wird erwartet, dass nach den Vorgaben des deutschen Robert-Koch-Instituts Österreich wie bereits 70 andere Länder von der deutschen Bundesregierung in den nächsten Tagen als Hochrisikogebiet eingestuft wird.

Für Geimpfte und Genesene hätte das keine Auswirkungen bei der Rückkehr nach Deutschland, sie müssen sich nicht in Quarantäne (2-G-Regelung) begeben. Eine „Freitestung“ ist für alle anderen ab dem fünften Tag nach der Einreise möglich. Notwendig sind allerdings digitale Einreiseanmeldungen. Für den Fall, dass Österreich auf die „rote List­e“ kommt – womit allgemein gerechnet wird –, werden im Land Tirol keine großen Auswirkungen auf den Tourismus befürchtet. Schließlich dürfte 2 G ohnehin der Schlüssel für eine funktionierende Wintersaison sein. Viele Hoteliers und Touristiker wollen ohnehin darauf abstellen.

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Einheitliches Konzept für Krankenhäuser kommt

Was gilt aktuell und ab wann wo? Österreich gleicht bei den Corona-Regelungen wieder einmal einem Fleckerlteppich. Die Bundesländer haben in den vergangenen Tagen die Maßnahmen verschärft, der Bund zieht am Montag ebenfalls nach. So gilt ab 8. November in Tirol eine Maskenpflicht im gesamten Handel sowie in Museen und Bibliotheken. Im medizinischen Bereich wie in Pflegeheimen, Krankenhäusern oder Arztordinationen greift die 2,5-G-Regel. Dort muss man geimpft oder genesen sein oder einen negativen PCR-Test vorweisen können.

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Wegen verschiedener Träger gibt es in den Spitälern trotzdem unterschiedliche Maßnahmen. Im Krankenhaus Zams wurde bereits ein Besuchsverbot verordnet. Noch in dieser Woche will Gesundheits-Landesrätin Annette Leja (ÖVP) zumindest ein einheitliches Konzept präsentieren. In Wien ist der Krankenhausbesuch – unabhängig davon, ob man geimpft oder genesen ist – nur noch mit einem gültigen PCR-Test möglich.

Bundesweit wird ab Montag der Zugang zu Nachtgastronomie und Diskotheken sowie zu Veranstaltungen ab 500 Personen nur noch mit einem 2-G-Nachweis, also geimpft oder genesen, möglich sein. Die Bundesländer bis auf das Burgenland hatten das ebenfalls geplant. Das könnte zu diesem Zeitpunkt jedoch schon wieder überholt sein, wenn davor österreichweit die kritische Marke von 400 belegten Intensivbetten überschritten wird. Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) rechnet bereits damit. Dann wird überall dort, wo noch 3 G gilt, auf 2,5 G verschärft.

Ausreisetestpflicht ab Freitag im Bezirk Landeck und Reutte

Darüber hinaus haben die Bundesländer Salzburg, Ober- und Niederösterreich zuletzt für viele Bezirke Ausreisetestpflicht verordnet, in Tirol wird das ab Freitag für Landeck und das Außerfern erfolgen. Damit man die Region verlassen kann, muss man geimpft, genesen oder getestet sein. Wobei der negative Antigentest nicht älter als 24 Stunden sein darf.

Aufgrund der unterschiedlichen Vorgangsweise drängt Tirols Landeshauptmann Günther Platter (VP) auf bundesweit einheitliche Regelungen. Am Freitag wird darüber bei einem Bund-Länder-Gipfel erneut verhandelt. „Auch über den Sinn des Hochinzidenzerlasses müssen wir offen reden“, sagt Platter. Im Raum steht darüber hinaus auch eine Diskussion über eine 2-G-Regelung. „Für Geimpfte sollen die Einschränkungen weiterhin so gering wie möglich bleiben“, bekräftigt Platter.

Mit der zu erwartenden Einstufung Österreichs als Hochrisikogebiet durch die deutsche Bundesregierung, dürfte der Corona-Krisengipfel in Wien eine zusätzliche Dynamik erhalten. (pn)


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