Peles Empire in Galerie Widauer: Zwei, die das Destruktive mögen

Das Berliner Künstlerinnenduo Peles Empire zu Gast in der Galerie Widauer.

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„The Other Amber“ von Peles Empire in der Galerie Widauer.
© Galerie Widauer

Innsbruck – Das um 1880 vom rumänischen König Carol I. in romantisch überbordendem Historismus in den Karpaten erbaute Schloss Peles ist nicht nur als Filmlocation gefragt, sondern auch die fast ausschließliche Inspirationsquelle für das Berliner Künstlerinnenduo Peles Empire. Zu dem sich 2005 Barbara Wolff und Katharina Stöver zusammengeschlossen haben, zwei Liebhaberinnen des Destruktiven, des Switchens zwischen Stilen und Bedeutungen, Zwei- und Dreidimensionalem.

Um auf ihren Spurensuchen in diesem opulent ausgestatteten Märchenschloss auf Schritt und Tritt fündig zu werden. Bei den historische Klischees bedienenden Wandmalereien, Skulpturen, Tapeten und Teppichen, die Peles Empire auf ihre spezielle Weise transformieren. Wenn sie etwa die Kleopatra zur klassisch antiken Göttin mit vier Brüsten umdeuten oder im Schloss fotografierte Details gemeinsam mit Fotos banaler Requisiten ihrer Kunstproduktion auf gebrannte Gipsplatten collagieren.

Die Ausstellungen von Peles Empire haben immer auch mit den jeweiligen Spielorten zu tun. Um bei der aktuellen etwa den galeristischen Boden in der Form von Tapeten über die zwei Seitenwände des Raums auszubreiten, inklusive völlig unterschiedlich besetzter Versatzstücke, die inzwischen nicht mehr am Boden liegen. Dafür zwei gläserne Podeste für Skulpturen aus gebranntem Ton mit dem Flair schräger Kunstkammerstücke von heute stehen. Deren Form eine Referenz an den Faltenwurf des Gewands der Kleopatra ist, das wiederum mit dem Rot der galeristischen Fenster zu tun hat. (schlo)

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