Equal Pay Day: Beratung in Sachen Gleichstellung für Unternehmen

Über das vom Europäischen Sozialfonds (ESF) und dem Arbeitsministerium geförderte Projekt „100 Prozent – Gleichstellung zahlt sich aus" können die Betriebe kostenfrei Beratung in Anspruch nehmen. Hauptzielgruppe sind KMU.

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Arbeitsminister Martin Kocher ortete in Österreich Aufholbedarf bei der Gleichstellung.
© APA/Pfarrhofer

Wien – Unternehmen können sich in Sachen Geschlechtergleichstellung auch beraten lassen. Über das vom Europäischen Sozialfonds (ESF) und dem Arbeitsministerium geförderte Projekt „100 Prozent – Gleichstellung zahlt sich aus" können die Betriebe kostenfrei Beratung in Anspruch nehmen – Hauptzielgruppe sind KMU, schilderte Projektleiterin Elisa Aichinger bei einer Pressekonferenz am Freitag in Wien.

Derzeit verdienen Frauen in Österreich im Schnitt 18,5 Prozent weniger als Männer. Auf das Jahr gerechnet bedeutet das, dass Frauen die letzten 68 Tage „gratis" arbeiten. Aus diesem Anlass wurde der sogenannte Equal Pay Day initiiert, der heuer auf den 25. Oktober fiel. Dieser soll symbolisieren, dass ab diesem Tag die weiblichen Mitarbeiter „gratis" tätig sind.

Zur Halbzeit des auf drei Jahre angelegten, mit 4,8 Mio. Euro dotierten Programms wurden 83 Unternehmen beraten, drei Viertel davon waren KMU. Diese würden davon besonders profitieren, weil aufgrund der geringeren Größe oft Ressourcen bzw. Personal im Unternehmen für eigene Initiativen fehlen, so Aichinger.

Zunächst erfolgt dabei eine Standortbestimmung, wo die Unternehmen in Sachen Gleichstellung stehen – sowohl quantitativ etwa bei der Einkommenstruktur oder der Verteilung des Personals in einzelnen Bereichen als auch qualitativ durch Interviews mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bzw. Führungspersonal. Anschließend wird festgelegt, woran gearbeitet werden sollte – etwa an der Einkommenstruktur oder/und an den Karrieremöglichkeiten von Frauen. Angeboten wird außerdem Laufbahnberatung durch Coachings sowie zur Sicherung der Nachhaltigkeit ein Reflexionsprozess, der zum Beispiel in die Formulierung einer Gleichstellungsstrategie fließen kann.

Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP) ortete in Österreich Aufholbedarf bei der Gleichstellung. Es gehe auch darum, den Unternehmen aufzuzeigen, dass sie durch die gleiche Entlohnung bzw. besseren Karrieremöglichkeiten von Frauen selbst profitieren. „Hier vereint sich gesellschaftliches Interesse mit unternehmerischem Interesse." Das unterstrich auch Frauenministerin Susanne Raab (ÖVP): „Unternehmen, die diverse Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ein diverses Klima haben, sind immer auch attraktiver für die klügsten Köpfe." (APA)


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