Wärmende Stuben der Caritas für Körper und Seele

Die Pandemie hat die Not im Land deutlich verschärft. Angebote der Caritas sind derzeit gefragt wie nie.

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Von Beratungstätigkeiten bis hin zur Unterstützung mit Lebensmitteln reichen die Hilfsangebote der Caritas.
© Caritas Österreich

Innsbruck – Ein Gespräch auf Augenhöhe, ein offenes Ohr, eine gesellige Runde zum Kartenspielen, das gemeinsame Essen, eine Gelegenheit zu duschen. Das alles und noch viel mehr bietet die Katharina-Stube im Innsbrucker Stadtteil Saggen. In den von den Barmherzigen Schwestern seit 2016 zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten erhalten wohnungslose und bedürftige Menschen kostenlos Frühstück und Mittagessen. Doch es sind längst nicht nur Menschen ohne festen Wohnsitz, welche die Einrichtung der Caritas regelmäßig besuchen.

„Corona wirkt sich jetzt erst richtig aus“, berichtet die Leiterin der Katharina-Stube, Gertraud Gscheidlinger, von einem massiven Anstieg der Klienten in ihrer Einrichtung. „Ich erlebe tagtäglich, was es heißt, sich satt zu fühlen“, erzählt „Mama Gertraud“, wie Gscheidlinger liebe- und respektvoll von vielen der Besucher auch oft genannt wird. So wurden in den vergangenen zwölf Monaten rund 19.000 Mittagessen ausgegeben – das entspricht bei sechs Öffnungstagen in der Woche täglich rund 60 Mahlzeiten. Vom Wohnungslosen über die Mindestpensionistin bis zur alleinerziehenden Mutter reicht der Kreis der Klientinnen und Klienten. Und immer öfter kommen auch Besucher zum ersten Mal in die Katharina-Stube.

„Die Not erreicht inzwischen Schichten, die bisher immer selbstständig über die Runden gekommen sind“, erklärt Tirols Caritas-Direktorin Elisabeth Rathgeb. Das schlage sich nicht nur in der Katharina-Stube, sondern auch bei den Caritas-Sozialberatungen nieder: So wurden in den vergangenen zwölf Monaten insgesamt 5200 Beratungsgespräche durchgeführt – in manchen Monaten waren es doppelt so viele Klientinnen und Klienten wie noch vor der Pandemie, so Rathgeb. Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit und aufgebrauchte Spar-Reserven würden immer mehr Menschen in Existenzängste bringen. „Kommt dann die Forderung für eine 680-Euro-Betriebskostennachzahlung, dann stehen die Leute bei uns in der Sozialberatung“, berichtet Rathgeb und betont, dass durch Corona mehr Menschen nicht nur von Armut, sondern auch von Einsamkeit und psychischen Problemen betroffen sind.

Nähere Informationen zu den Projekten der Caritas gibt es unter caritas-tirol.at. Wer diese unterstützen will, kann an Raiffeisen Landesbank Tirol, IBAN AT79 3600 0000 0067 0950, Kennwort: Caritas-Herbstsammlung 2021 spenden. Schlafsackspenden werden in der Katharina-Stube gegenüber der alten Talstation der Hungerburgbahn oder in der Caritas-Zentrale in der Heiliggeiststraße 16 dankend entgegengenommen. (np)

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