Aggressive Besucher in Zams: Platter besorgt über Corona-Polarisierung

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Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP).
© Foto TT/Rudy De Moor

Für die in der Tiroler Tageszeitung geschilderten Vorkommnisse im Krankenhaus Zams, dass sich Leute nicht an die Besuchszeiten halten wollen, aggressiv reagieren und sogar den Portier beschimpfen, hat Tirols Landeshauptmann Günther Platter kein Verständnis. „Das Thema Corona polarisiert wie kein anderes, was mir als Landeshauptmann große Sorgen bereitet. In der aktuellen Situation ist aber eines unumstritten: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Krankenhäusern, die Pflegerinnen und Pfleger auf den Intensivstationen und die Ärzteschaft leisten Großartiges.“

Umso mehr verstöre es ihn, wenn es mittlerweile auch zu handgreiflichen Attacken auf das Krankenhauspersonal kommt. „Hier wird eine tiefrote Linie überschritten“, kritisiert der Landeshauptmann. Wer den Respekt vor jenen Menschen verliere, die tagtäglich für die Gesundheit anderer arbeiten, der verliere den Respekt vor sich selbst.

Platter weist darauf hin, dass „jeder und jede von uns“ einmal auf die Fürsorge und Betreuung eines Pflegers oder die medizinische Versorgung durch eine Ärztin angewiesen sein könne. „Landauf, landab gibt es Tausende Menschen, die mehr tun, als sie müssten, und die das Wohl anderer über ihr eigenes stellen. Hierzu zählen für mich auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheitswesen. Ihnen gebührt unser aller Dank und Respekt!“


Andrea Haselwanter-Schneider fordert Taten ein.
© Böhm

Genug der Worte, die schwarz-grüne Landesregierung müsse jetzt rasch vom Reden ins Tun kommen. Diese Forderung erneuerte gestern Liste-Fritz-Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider in Sachen Pflege-Reform. Die personelle Lage in Spitälern und Heimen sei nicht länger tragbar, sagt die Landtagsabgeordnete. Zwar habe Corona die Lage verschärft, neu sei der Personalmangel aber nicht. Seit 2013 habe die Liste Fritz in Summe über 30 Anträge im Landtag eingebracht, die Lage in der Pflege auf unterschiedlichsten Ebenen zu verbessern. „Nur sechs davon haben ÖVP und Grüne angenommen“, kritisiert Haselwanter-Schneider. Dass Gesundheitslandesrätin Annette Leja (VP) zuletzt auch auf die Verantwortung des Bundes hingewiesen habe, kommentiert die Liste-Fritz-Chefin wie folgt: „Für Initiativen in der Pflege brauchen wird den Bund nicht, vieles können wir selbst regeln und auf Schiene bringen.“


Landesumweltanwalt Walter Tschon fordert für die Errichtung von Bodenaushubdeponien klare Regeln wie die Einhaltung eines Mindestabstandes zu Siedlungsgebieten. Darüber hinaus ein Verbot in und um den Nahbereich von Schutzgebieten. Klar geregelt gehöre auch die Zufahrt zur Deponie.

Tschon fordert klare Regelungen für Aushubdeponien.
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„Über all dem steht der Bedarf. Wie viel Deponievolumen braucht es und wie viel steht in einer Region zur Verfügung. Das wird derzeit nicht berücksichtigt. In einigen Gemeinden werden neue Deponien beantragt, obwohl bestehende nicht ausgelastet sind. Das führt verständlicherweise zu Ärger bei Anrainern“, erklärt Tschon.

In Tirol gibt es rund 300 Bodenaushubdeponien, „und es werden wöchentlich mehr“, fügt Tschon hinzu. (mami, pn)


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