Rodelteam in China: Mit Polizeieskorte in die Isolation

Nach drei positiven PCR-Tests darf der Rodel-Tross seine China-Unterkunft vorerst nicht verlassen.

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Auf den chinesischen Flughäfen wird streng kontrolliert.
© GREG BAKER / AFP

Von Günter Almberger

Peking – „Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen“, brachte es Schriftsteller Matthias Claudius schon im 18. Jahrhundert auf den Punkt. Diese Weisheit hat auch über 200 Jahre später noch Bestand. Der internationale Rodel-Tross kann aktuell ein Lied davon singen. Über 250 Athleten, Betreuer und Funktionäre hoben am vergangenen Mittwoch von Frankfurt aus in Richtung Peking ab, um dort auf der neuen Olympiabahn den Weltcup-Auftakt (20./21.11.) zu bestreiten. Darunter das dezimierte österreichische Team, das nach dem positiven Test von ÖRV-Präsident Markus Prock die Reise ohne die Athleten Hannah Prock und Jonas Müller antrat.

Erste Eindrücke: Mitarbeiter am Flughafen ...
© Screenshot/TT

Der China-Trip selbst entwickelt sich für alle Beteiligten inzwischen zu einer wahren Geduldsprobe. Nach der Ankunft in Peking hieß es erst einmal warten und zu einem PCR-Test antreten. Und wieder warten – und den Platz nicht verlassen. Alles genau im Blick vom chinesischen Personal, das stets in einen weißen „Raumanzug“ gekleidet ist. „Danach ging es mit zehn Bussen, begleitet von einer Polizei-Eskorte über die gesperrte Autobahn für etwa zwei Stunden in die Unterkunft“, schildert ÖRV-Routinier Reinhard Egger das Szenario. Vor dem Hotel hieß es – eh klar – warten.

Da es bei den PCR-Testungen drei positive bzw. unklare Ergebnisse gab, hieß es für den ganzen Rodel-Tross Isolation auf den Zimmern. „Es dauert alles seine Zeit. Wir wollen kein Risiko eingehen, im Sinne der Sicherheit ist das aber der richtige Schritt. Ich habe mich im Vorfeld auf das schon eingestellt“, gibt sich ÖRV-Sportdirektor und Cheftrainer Rene Friedl gelassen.

... und ein Gruß aus der Küche.
© Screenshot/TT

Nach intensiven Beratungen sind auch heute alle Aktivitäten an der Bahn abgesagt worden, alle müssen in Selbstisolation bleiben und bekommen ihr Essen vor die Türe gestellt. Ein weiterer PCR-Test folgt, ehe über weitere Maßnahmen entschieden wird.

Nach einem Tag ohne Gepäckstücke (wurde alles erst desinfiziert) haben David Gleirscher und Co. wenigstens ihre Utensilien und das Rodel-Material bekommen. „Es findet alles sehr geordnet statt, es herrscht überhaupt kein Chaos. Auch an der Verpflegung gibt es nichts zu kritisieren, die chinesischen Organisatoren sind wirklich sehr bemüht“, betont Friedl und fügt hinzu: „Bis wir an die Bahn dürfen, heißt es eben geduldig bleiben.“ Und warten ...


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