Tiroler Notschlafstellen öffnen, Sorge um Winter und mögliche Covid-Fälle

Mitte November öffnet wieder die zusätzliche Winternotschlafstelle des Roten Kreuzes. Unklar ist noch, ob es eine Ausweichmöglichkeit für Covid-Fälle im Winter gibt.

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Tagsüber in der Teestube, nachts in der Notschlafstelle: Eng ist es überall, was gerade in Corona-Zeiten die Lage für wohnungslose Menschen noch schwieriger macht.
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Innsbruck – Es sind zusätzliche 20 Notschlafplätze, die sich ab 14. November mit der Eröffnung der Schlafstelle des Roten Kreuzes auftun. Plätze, die im Winter dringend zusätzlich zu den bestehenden ganzjährigen Einrichtungen gebraucht werden. Wohnungslose Menschen finden hier nicht nur eine Schlafmöglichkeit, sondern auch Essen und eine medizinische Versorgung. Für ganzjährige Einrichtungen, etwa jene am Schusterbergweg 73, eine wichtige Ergänzung.

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Nachdem es im vorigen Winter viel Wirbel rund um Cluster, die Unterbringung und (Nicht-)Einhaltung von Quarantäne-Auflagen gegeben hat, sind heuer die Sicherheitsauflagen und Corona-Konzepte klar. Das Thema wird sehr ernst genommen. Desinfizieren, Abstände einhalten, so wenige Personen wie möglich in einem Raum. Letzteres sorgt aber auch heuer wieder für Kopfzerbrechen: „In fast allen Einrichtungen gibt es Mehrbettzimmer, die meisten sind Drei- oder Vierbettzimmer. Wenn mehrere Personen in einem Zimmer schlafen müssen, ist die Sache natürlich schwierig“, sagt Michael Hennermann vom Verein für Obdachlose dazu. Die Einrichtungen würden zwar für den Notfall – sprich Quarantäne-Fälle – Zimmer freihalten, diese stehen aber nur begrenzt zur Verfügung bzw. hängt alles auch davon ab, wie viele Menschen generell ein Obdach suchen. Fakt sei, so Hennermann, dass die Corona-Situation für Wohnungslose besonders schwierig ist: „Wohnungslose Menschen können sich nicht in die eigenen vier Wände zurückziehen“, sagt Hennermann.

Obwohl die kalten Tage begonnen haben, ist noch unklar, ob es heuer Quarantäneplätze im Falle von Clustern geben wird und wenn ja, wo. Die Zeit drängt. Hoch ist bereits jetzt der Andrang in der Teestube, wo sich Menschen zumindest tagsüber stärken können und auch in Sachen Wohnen eine Beratung finden. Für Hennermann ist hier besonders frustrierend, dass immer mehr Menschen kommen, die trotz fixem Job wohnungslos sind: „Die Mietpreise gehen durch die Decke. Wir bräuchten dringend leistbare Wohnungen für Niedrigverdiener“, so Hennermann. (lipi)

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