Urlaub am Bauernhof setzt auf Lebensqualität

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Diskutierten über die Zukunft von Urlaub am Bauernhof: (v. l.) Peter Raggl (Präs. Bundesrat), Josef Hechenberger (Präs. LWK Tirol), Moderator Klaus Loukota, Angelika Soyer (Urlaub auf dem Bauernhof in Bayern), Florian Phleps (Dir. Tirol Werbung), Hans Embacher (GF UaB Österreich).
© UaB/Neuner

Innsbruck – Der Tiroler Landesverband von Urlaub am Bauernhof (UaB) lud gestern am Rande der Agro Alpin (heute noch bis 17 Uhr, Messe Innsbruck) zur Vollversammlung samt kleinem Festakt als Zeichen gegenseitiger Anerkennung. Die Pandemie stellte auch die Privatzimmervermieter vor neue Herausforderungen, erläuterte Bundesobmann Johann Hörtnagl. Die direkte Anfrage bei den Höfen sei enorm gestiegen, die meist im Familienverbund geführten (Klein-)Betriebe leisten Großes und tragen zum positiven Bild bei, das über Landwirtschaft vermittelt werde. Claudia Entleitner, stv. Bundesbäuerin und Landesbäurin von Salzburg, meinte gar: „So manch touristische Organisation blickt neidvoll auf UaB.“

Der Verein zählt in Tirol rund 2200 Mitgliedsbetriebe mit fast 27.000 Gästebetten, österreichweit beherbergen 10.000 Betriebe rund zwei Mio. Gäste im Jahr. Wenngleich die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe permanent sinkt. „Die Nachfrage auf den Märkten ist sensationell“, bestätigte Florian Phleps, Direktor der Tirol Werbung. Er zeigt sich trotz pandemischen Negativtrends zuversichtlich: „Es wird eine Wintersaison geben und sie wird erfolgreich sein.“ Sein Appell: „Geht impfen.“

Motivierende Kampfansagen lieferten vor allem zwei Vortragende am Podium. Zum einen stellte Bettina Hechenberger, Landesleiterin der Tiroler Jungbauernschaft/Landjugend und mit 24 Jahren jüngstes Mitglied im UaB-Landesvorstand, klar: Die nächste Generation wolle Werte wie Bodenständigkeit und Ehrlichkeit sowie Brauchtümer erhalten, die Zukunft aber aktiv mitgestalten. Weil etwas „immer schon“ so gemacht wurde, sei es nicht automatisch gut. „Wenn es sinnvoll ist, werden wir Dinge ändern.“

Ob man in einem Uni-Hörsaal oder doch im Kabarett saß, wusste man bei Claudia Brandstätters Vortrag über die „Neuvermessung der Wertschöpfung“ (so der Titel des dazugehörigen Buches) nicht immer. Humorvoll und wortstark gab die steirische Marketingerin, die beim Zertifikatslehrgang UaB ihr Wissen teilt, Einblicke in neue Geschäftsmodelle. Zentrale These: „Der Maßstab für die Zukunft ist Lebensqualität.“ Wertschöpfung ließe sich über Wertschätzung kreieren, etwa beim direkten Austausch mit Gästen. Mehrwert sollte keine leere Versprechung, sondern mit allen Sinnen „er-leb-bar“ sein. Sie plädiert für mehr zwischenmenschlichen Kontakt und Bewusstseinsbildung statt eines Überangebots. „Die Leute brauchen Orientierung, nicht Optionen.“ Für etwas, das sie verstehen, seien sie auch bereit, mehr Geld auszugeben.

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