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TT-Analyse: Nach dem Lohn wird über die Arbeitszeit geredet

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Max Strozzi

Analyse

Von Max Strozzi

Am Ende trafen sich die Metaller wie immer irgendwo in der Mitte. In dem über fünf Verhandlungsrunden und drei Tage Warnstreiks dauernden Kräftemessen der beiden Extreme – 4,5 % mehr Geld forderten die Gewerkschaften, nur 2,2 % wollten die Unternehmer springen lassen – einigte man sich auf durchschnittlich 3,55 Prozent höhere Löhne und Gehälter, die Lehrlingsgelder steigen deutlich stärker. Es ist der höchste Abschluss seit zehn Jahren, was angesichts der Voraussetzungen nicht ganz so überraschend kam.

Ein pandemiebedingt rascher, aber aus Beschäftigtensicht schwacher Abschluss im Vorjahr, volle Auftragsbücher heuer, ein eklatanter Fachkräftemangel, der die Gewerkschaften stärkt, und obendrauf die Warnung vor echten Streiks mit lahmgelegter Produktion, die sich ein Industriebetrieb derzeit noch weniger leisten kann als in der Vergangenheit.


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