Rolle der Apotheken: Offene Fragen bei der Sterbehilfe

Apotheker wollen klarstellen, dass die Abgabe des tödlichen Mittels freiwillig bleibt.

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Apotheken sollen das Mittel zur Sterbehilfe abgeben.
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Wien – Apotheken spielen in den Plänen der Bundesregierung zur Sterbehilfe eine wichtige Rolle. Sie sollen an Sterbewillige das tödliche Mittel abgeben. Im türkis-grünen Entwurf für ein „Sterbeverfügungsgesetz“ vermisst die Apothekerkammer aber wichtige Klarstellungen, etwa zur Freiwilligkeit dieser Abgabe.

Justizministerin Alma Zadić und Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (beide Grüne) sowie Verfassungsministerin Karoline Edtstadler (ÖVP) haben den Entwurf vor zwei Wochen vorgelegt. Die Frist für Stellungnahmen dazu läuft noch bis Ende dieser Woche – angesichts der Tragweite zu kurz, sagen Kritiker.

Die Apothekerkammer hat ihre Stellungnahme bereits abgeschickt. Sie will ausdrücklich festhalten, dass keine Apotheke und keine dort tätige Person gezwungen werden kann, das tödliche Mittel abzugeben. „Speziell in dem ethisch heiklen Bereich des assistierten Suizids erscheint es unerlässlich, dass Apothekerinnen und Apotheker die Abgabe des Präparats verweigern können, wenn dies mit den eigenen moralischen Überzeugungen unvereinbar ist und für die betroffene Person zu einem unüberbrückbaren Gewissenskonflikt führen würde.“

Die Apotheker sehen außerdem kritisch, dass im Entwurf anders als in anderen Ländern keine professionelle Begleitung und Aufsicht bei der Einnahme des Mittels vorgesehen ist. Damit sei auch keine medizinische Unterstützung bei Komplikationen möglich. Schließlich kritisiert die Kammer das Fehlen von Details zu Dosierung und Verabreichung des tödlichen Mittels. (sabl)


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