Schwazer feierten eine feuchtfröhliche Geburtstagsparty als Winterkönig

Die Herbstbilanz zur tt.com Regionalliga Tirol: Während der SC Schwaz das Vereinsjubiläum mit einem respekteinflößenden Erfolgslauf garnierte, meldete sich der FC Kitzbühel gestern zurück im Play-off-Rennen.

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Strahlende Gesichter: Der SC Schwaz kürte sich zum Herbstabschluss mit dem 4:2-Heimerfolg über die Wacker-Fohlen zum Winterkönig. Anschließend wurde die Kabine zur Party-Zone erklärt.
© SC Schwaz

Von D. Lenninger und T. Mair

SC Schwaz (1.): Seit 21. Mai ist der erfolgsverwöhnte Club aus der Silberstadt 100 Jahre alt. Und dieser besondere Geburtstag wurde mit Höchstleistungen zelebriert. Vier Monate nach dem dritten Cup-Titel in Serie ballerten sich die Unterländer – trotz regelmäßiger Verletzungssorgen – mit dem siebten Sieg in Folge zur Winterkrone. Den Anspruch, im Tiroler Amateurfußball die Richtung vorzugeben, haben viele. Die eingeschworene Truppe von Trainer Akif Güclü wurde dieser Vision einmal mehr auch sportlich gerecht.

FC Kitzbühel (2.): Nach starker Serie und spätestens mit dem gestrigen 2:1-Heim- erfolg gegen Wörgl haben sich die Gamsstädter im Rennen um die beiden Play-off-Plätze zurückgemeldet. „Wir konnten in der Schlussphase der Hinrunde unser wahres Gesicht zeigen“, durfte Kitzbühels sportlicher Leiter Wolfgang Kals letztlich eine positive Bilanz ziehen.

SV Wörgl (3.): Der breite Kader – Chefbetreuer Denis Husic setzte 27 Spieler ein – hielt Wörgl in der Erfolgsspur. Die gestrige Niederlage im Spitzenspiel war aber auch deshalb ein Dämpfer, da man die Kitzbüheler mit zumindest einem Unentschieden auf Abstand hätte halten können.

Ungewiss, ob der Ball noch im Spiel war. Fest steht nur: Kitzbühel (Winter, r.) feierte gestern einen 2:1-Derbysieg gegen Wörgl (Schöpf).
© Mühlanger

SV Telfs (4.): „Das ist einfach eine Mannschaft“, lautete häufig das Urteil über die Emat-Kicker, die bis Ende September auf der Erfolgswelle surften und die Tabelle lange als Team der Stunde anführten. War mit Schwaz, Kitzbühel und Wörgl zu rechnen, sprang Telfs in diesem Zusammenhang als große Überraschung aus der Torte. Mit einem Sieg am Mittwoch im Nachtrag gegen Fügen würden die Telfer auf Platz zwei überwintern.

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SVG Reichenau (5.): „Wir sind besser, als uns viele zugetraut haben“, schwingt in den Worten von Reichenau-Trainer Gernot Glänzer Genugtuung mit. Mit ihrem perfektionierten Umschaltspiel machten die Innsbrucker so manchem Favoriten das Leben schwer. Allerdings brach mit Michael Waldy (Karriereende) ein weiterer Führungsspieler weg. Es wird Zeit für neue Identifikationsfiguren mit rot-schwarzem Blut. Einer wie Fabio Wurzer (Jahrgang 2002) zeigte zuletzt eine gute Entwicklung.

FC Wacker II (6.): Die Wacker-Fohlen dienen in vielerlei Hinsicht als Sprungbrett. Während einige Youngsters (u. a. Plattner, Dosch) ihre ersten Schritte in der Regionalliga tätigten, wurde Masaki Morass als Interimstrainer zu den Profis befördert. Mit Philipp Heinzer beendete man den Herbst als solider Mittelständler. Man darf gespannt sein, wer die Vorbereitung anleitet.

FC Kufstein (7.): Dank zweier Heimsiege freuten sich die Festungsstädter über einen versöhnlichen Abschluss. Unter dem Strich blieb Kufstein aber deutlich hinter den Erwartungen zurück. Simon Einwaller folgte kürzlich auf Langzeit-Präsident Hannes Rauch. Ob beim ambitionierten Verein weitere zentrale Positionen neu vergeben werden, bleibt abzuwarten. SC Imst (8.): Auch wegen Corona-Turbulenzen sprach Imst-Coach Herbert Ramsbacher von einer „unglaublich schwierigen Herbstsaison“.

SV Hall (9.): Nach 636 Tagen ohne Sieg beendeten die Haller Löwen im August eine leidige Unserie und legten mit insgesamt 18 Punkten die in der Vorsaison ausgeübte Rolle des Punktelieferanten ab.

SV Fügen (10.): Der Aufsteiger verlor die ersten fünf und die letzten drei Spiele. Zumindest im Mittelteil der Hinrunde ließ Fügen die Regionalliga-Tauglichkeit aufblitzen.

WSG Tirol Amateure (11.): Die Fohlen des Bundesligisten gerieten zuletzt in Schräglage – mit dem 0:8 gegen Imst als negativem Höhepunkt. Die Talente-Entwicklung wird im Frühjahr auch vom Abstiegskampf geprägt sein.

SVI (12.): Auch der SVI musste Lehrgeld bezahlen. „Die Mannschaft hat den Charakter, den Klassenerhalt zu schaffen“, begibt sich SVI-Trainer Martin Hofbauer optimistisch in den Winterschlaf.

Dass in der tt.com Regionalliga Tirol ein anderer Wind weht, bekam auch SVI-Kapitän Gregor Engelbrecht am eigenen Leib zu spüren.
© Böhm

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