Glänzende Zeiten für das Damen-Tennis nur in der Glaskugel

Österreichs Damen-Tennis soll auf neuen Säulen aufgebaut werden. Für Julia Grabher und Sinja Kraus kam am Montag in Linz bereits zum Auftakt das Aus.

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Die 25-jährige Vorarlbergerin Julia Grabher unterlag gestern bei den Upper Austria Ladies Linz der Französin Alizé Cornet.
© APA/Gindl

Von Roman Stelzl

Linz – Nach der klaren Niederlage von Sinja Kraus machte der beherzte Auftritt von Julia Grabher am Montag lange Zeit Hoffnung auf den ersten österreichischen Einzel-Sieg beim WTA-Turnier in Linz nach 2013. Doch am Ende behielt die routinierte Französin Alizé Cornet die Oberhand und entschied das Duell bei den „Upper Austria Ladies“ mit der 25-jährigen Vorarlbergerin mit 7:6 (7), 6:4 für sich.

Damit ist es nun schon acht Jahre her, dass beim Heimturnier eine Lokalmatadorin weiterkam. Damals hatte es die Tirolerin Patricia Mayr-Achleitner sogar ins Viertelfinale geschafft. In keiner anderen Woche des Jahres wird die fehlende Elite im österreichischen Damen-Tennis so spürbar. Doch das „Damen-Projekt, das uns allen sehr am Herzen liegt“, wie es Neo-ÖTV-Sportdirektor Jürgen Melzer nennt, ist längst ins Rollen gekommen.

🎾 Haupt-Trainer: Auch wenn die „individuelle Förderung“ der Talente weiter vorangetrieben werden soll, wurde das ÖTV-Konzept der Damen umgekrempelt. Statt wie früher in Linz ist alles in der Südstadt konzentriert – und dorthin will man die jungen Damen auch locken. Mit einem Top-Trainer als Aussicht: Vladimir Platenik. „Er wollte mehr daheim sein, da habe ich die Chance gleich ergriffen und ihn gefragt“, erinnert sich Melzer an ein Treffen in Wimbledon. Der Slowake, der schon Top-Ten-Spielerin Dominika Cibulkova betreut hat, wird sich im Bundesleistungszentrum um Österreichs Spielerinnen kümmern. „Wichtig ist, dass er nicht nur gute Spielerinnen trainiert, sondern auch entwickelt hat. Mit ihm muss es uns gelingen, die Kluft bei den Damen nach Julia Grabher und Barbara Haas zu schließen.“ Daneben soll mit Philipp Wessely auch die Kondition überwacht und optimiert werden.

🎾 Technik: Ein Kernpunkt für die gute Ausbildung der Damen sind auch gut ausgebildete Trainer. Damit schon von Kindesbeinen an die richtigen Schritte gesetzt werden, soll es noch Ende des Jahres einen „technischen Leitfaden“ des ÖTV für die Coaches geben. „Das soll ein Anhaltspunkt dafür sein, wie die Technik aussehen soll“, sagt Ex-Top-Ten-Spieler Melzer und ergänzt nach einer langen Tour im Sommer durch Österreich: „Manche technischen Sachen haben mich verwundert. So etwas darf nicht sein.“

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🎾 Dichte: Mit dem Lockruf des starken Trainer-Teams in der Südstadt und einem Vorbild Dominic Thiem soll auch wieder mehr Jugend zum Tennis finden. „Bei den Burschen sind wir quantitativ gut aufgestellt, bei den Mädchen wird die Luft schon dünn“, sagt Melzer. Einige Riesentalente wie die Tirolerin Anna Pircher machen aber Mut: „Von denen müssen wir aber mehr haben.“


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