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Stein um Stein zur Hochglanz-Fassade aus Osttiroler Serpentinit

Zwei Steinbrüche in Prägraten am Großvenediger liefern die Serpentinite „Tauerngrün“ und „Dorfergrün“ für Gebäude in aller Welt. Der Abbau im hochalpinen Raum ist für die Arbeiter der Firma Lauster kein Zuckerschlecken.

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Auf 1800 Metern Seehöhe hoch über Prägraten liegt einer der beiden Steinbrüche, aus denen der Serpentinit für die Gestaltung von Bauten in aller Welt kommt.
© Catharina Oblasser

Von Catharina Oblasser

Schlamm, Wasserpfützen und Kälte: Am Vortag hat es geregnet und bis auf mittlere Höhen heruntergeschneit. Trotzdem herrscht im Steinbruch in Hinterbichl, Gemeinde Prägraten am Großvenediger, entspannte Stimmung. Die Arbeiter sind Schlimmeres gewöhnt. Inzwischen scheint die Sonne auf die verfärbten Lärchen und den Schnee in der Höhe und Vorarbeiter Gerhard Berger schwärmt: „Ist das nicht ein Prachtwetter?“

Dabei muss Berger seine Stimme heben, denn die Seilsäge, die gerade läuft, ist laut. Langsam frisst sich das mit Industriediamanten besetzte Seil durch das Gestein, abgebaut wird von oben nach unten. So entstehen einzelne Quader, sechs mal drei mal eineinhalb Meter groß. Gerade wird ein herausgeschnittener Block umgeworfen, denn liegend lässt er sich leichter transportieren. Ein Bett aus Abhubmaterial verhindert, dass der Serpentinit beim Umfallen zerbricht.

Abgesehen vom Geräuschpegel ist der Steinbruch im Prägratner Dorfertal ein ruhiger Arbeitsplatz. Ein Mann überwacht die Seilsäge, über die konstant feiner Wassernebel gesprüht wird, ein anderer kümmert sich um den umgelegten Quader. Der muss für den Abtransport geteilt werden, denn ein einziger Kubikmeter des Gesteins wiegt immerhin drei Tonnen.


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