Torjäger „Drago“ auf Rekordkurs und Verteidiger für Teamchef Foda

Bei Roter Stern Belgrad läuft es aktuell für Aleksandar Dragovic, der gestern Teamchef Franco Foda lobte und vor dem Duell mit Israel sich und seine Kollegen in die Pflicht nahm: „Vergeigt haben es nur wir.“

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Bei Roter Stern Belgrad ist Aleksandar Dragovic aktuell obenauf – beim ÖFB-Nationalteam gab es zuletzt wenig Erfolgserlebnisse.
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Von Tobias Waidhofer

Klagenfurt – Nein, es ist kein Tippfehler im Titel dieser Geschichte. Auch wenn die Verbindung des Begriffs „Torjäger“ mit dem Spitznamen von ÖFB-Verteidiger Aleksandar Dragovic auf den ersten Blick abenteuerlich wirkt. Doch der „Drago“ ist in den vergangenen Wochen bei Roter Stern Belgrad tatsächlich zum Torjäger mutiert: Bereits drei Saisontore hat der 30-Jährige erzielt. „So oft treffe ich normalerweise in einer Saison nicht einmal im Training“, lachte Dragovic über seinen Rekordkurs.

Natürlich wird Teamchef Franco Foda den Austro-Serben nun nicht im Sturmzentrum positionieren, vielmehr soll der ehemalige Leverkusener die rot-weiß-rote Viererkette in den Duellen mit Israel (Freitag, 20.45 Uhr, live ORF 1) und Moldawien (Montag, 20.45 Uhr, live ORF 1) stabilisieren. Den vergangenen Lehrgang hatte der geimpfte Dragovic ja wegen einer Corona-Erkrankung („Ich hab’ nur den Geruchs- und Geschmackssinn verloren“) verpasst.

Der Teamchef gibt immer 100 Prozent. Aber wir sind die Hauptdarsteller. Natürlich weiß ich, dass der Trainer am Ende den Kopf hinhalten muss. Aber vergeigt haben es nur wir.
Aleksandar Dragovic, ÖFB-Teamspieler

Was fehlt dem ÖFB-Team aus seiner Sicht nun auf jene Form, die man unter anderem im verlorenen EM-Achtelfinale gegen Italien auf den Platz brachte? „Erfolgserlebnisse in mehreren Spielen, dann werden uns die Sachen wieder leichterfallen“, antwortet der Abwehrspieler.

Natürlich tut er das im Wissen darüber, dass der Stuhl von Teamchef Franco Foda gehörig wackelt: „Der Teamchef gibt immer 100 Prozent. Aber wir sind die Hauptdarsteller. Natürlich weiß ich, dass der Trainer am Ende den Kopf hinhalten muss. Aber vergeigt haben es nur wir.“ Auch Dragovic war bei der 2:5-Niederlage in Israel unter jenen Akteuren, deren individuelle Fehler von Eran Zahavi und Co. eiskalt ausgenutzt wurden.

100er-Club bereits in Sicht

„Stimmt, da hatte auch ich meinen Anteil daran. Wir müssen unsere Fehler minimieren und als Mannschaft wieder aufstehen.“ Denn allerspätestens im März, wenn es hoffentlich in zwei Play-off-Spielen um die WM-Teilnahme geht, muss die ÖFB-Elf wieder funktionieren.

Läuft alles nach Plan, und kommt Dragovic (96 Länderspiele) in den kommenden Matches zum Einsatz, dann könnte der ehemalige Basler in einem möglichen Play-off-Finale sein 100. Länderspiel absolvieren – vielleicht mit einem Dragovic-Tor, das die Tür zur WM 2022 in Katar öffnet. Er wäre ja auf den Geschmack gekommen ...

Im Zuge der Turbulenzen im DFB-Team blieb natürlich auch Corona im ÖFB-Camp das große Thema, die ersten PCR-Tests fielen bei allen Beteiligten negativ aus. Weil Marcel Sabitzer bei den Bayern zuletzt mit einem Magen-Darm-Virus pausierte, hatte der Steirer keinen Kontakt zu den betroffenen Bayern-Teamkollegen. Beim ersten Training am Montagabend stand der Steirer bereits in Klagenfurt am Platz.


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