Innsbrucker Klinik reduziert Leistungen, neue Besuchsregelung ab 15. November

Aufgrund der deutlich steigenden Belastung der Intensivstationen hat die Innsbrucker Klinik damit begonnen, Leistungen zu reduzieren. Ab 15. November müssen Besucher und Begleitpersonen für den Zutritt zum Krankenhaus den „Grünen Pass" vorweisen.

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Archivfoto.
© Tirol Kliniken

Innsbruck – Auch an der Innsbrucker Klinik steigt ob der zunehmenden Corona-Infektionszahlen die Auslastung der Intensivstation. Wie die Tirol Kliniken am Mittwoch in einer Aussendung bekanntgaben, führt das nun dazu, dass auch auf anderen Stationen Leistungen reduziert werden müssen. Außerdem wird eine neue Besuchsregelung eingeführt.

Derzeit steige die Zahl der Covid-Patienten – vor allem im kritischen Intensivbereich – deutlich an, hieß es. Mit Stand Mittwoch liegen in Innsbruck 20 Corona-Infizierte auf einer Intensivstation, einer davon ist geimpft. In Hall liegen vier Patienten auf der Intensivstation, keiner von ihnen ist geimpft. Dazu komme ein derzeit höherer Anteil an Akutpatienten, „der in den nächsten Wochen sicher weiter steigen wird“, heißt es in der Aussendung.

Vor diesem Hintergrund habe man beschlossen, Leistungen zu reduzieren. Damit seien nicht nur planbare Operationen gemeint. Vielmehr könne jede Abteilung bzw. jedes Fach für sich entscheiden, welche Eingriffe verschoben werden, um die Intensivstationen zu entlasten. Nicht betroffen seien hingegen Notfälle oder Eingriffe, die dringend notwendig sind. „Ziel dieser Maßnahme ist es, Kapazitäten für die Versorgung von kritischen Nicht-Covid-Patienten und Covid-Patienten verfügbar zu haben", hieß es.

Joannidis: „Kapazitätsgrenze erreicht“

Der Leiter der Internistischen Intensivstation der Universitätsklinik Innsbruck, Michael Joannidis, sah hinsichtlich der derzeitigen Intensivbettenbelegung jedenfalls eine „Kapazitätsgrenze“ erreicht. Bisher sei der „Routinebetrieb nicht eingeschränkt gewesen" und man habe versucht, die Corona-Patienten in ebenjenen zu integrieren. Nun müsse man aber „Entscheidungen treffen", so Joannidis.

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Man arbeite nämlich derzeit mit „schmalen Reserven" und bewege sich von „zwei weiteren Betten zu den nächsten zwei weiteren Betten". Man sei insgesamt am Limit" und könne den „Normalbetrieb" in dieser Form bald nicht mehr halten, so Joannidis. Ab sofort werde jedenfalls „diskutiert", welche Operationen verschoben werden können, wie der „Puffer im Post-Operativen Bereich" gut genutzt werden kann und welches Personal sich zunehmend „umschichten" lässt.

Ähnlich schilderte Stephan Palaver, Pflegedirektor am Landeskrankenhaus Hall in Tirol, die derzeitige Corona-Situation. Derzeit befänden sich vier Personen auf der Intensivstation, hielt Palaver fest. „Die Lage ist angespannt, derzeit laufen die OPs aber noch ganz normal weiter", so Palaver. Die nächsten „zwei bis drei Wochen werden aber sehr herausfordernd", sagte er. Es müsse dann gefragt werden „welche Operationen aufschiebbar sind und welche nicht", so der Pflegedirektor.

Neue Regelung für Besuche und Begleitpersonen

Ab dem 15. November gilt zudem auch in der Klinik Innsbruck der „Grüne Pass“ (2G-Regel). Besucher und Begleitpersonen müssen ihn vor Betreten des Krankenhauses vorweisen. Ausgenommen sind natürlich Notfälle, wie zum Beispiel die Begleitung eines minderjährigen Kindes. (TT.com, APA)


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