Tiroler Vinzenzgemeinschaft: Aufeinander zugehen trotz Abstandsregeln

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Trotz Lockdowns ist es gelungen, den Betrieb des Vinzibusses aufrechtzuerhalten. Die Aufnahme stammt aus Zeiten vor der Pandemie, mittlerweile gehört die Maske bei der Essensausgabe zur Standardausrüstung.
© Reinhold Sigl

Innsbruck – Keine Hilfe ohne Hausbesuch. So lautet ein zentrales Motto der Tiroler Vinzenzgemeinschaften in Anlehnung an das Credo ihres Patrons Vinzenz von Paul (1581–1660), der einst sagte: „Wir müssen die Stufen der Armenhäuser hinaufsteigen.“ In Zeiten einer Pandemie, wo das Abstandhalten als eine der wichtigsten Verhaltensregeln gilt, ist das durchaus eine Herausforderung, wie Christoph Wötzer, Präsident der Vinzenzgemeinschaften Tirol, einräumt. Die Pandemie habe die Arbeit der Vinzenzgemeinschaft daher schon sehr beeinträchtigt. Denn am Telefon die Menschen aufzufangen sei sehr schwierig. „Trotzdem ist es uns gelungen, auch und gerade während der Lockdowns zu helfen“, sagt Wötzer und verweist etwa auf die Tatsache, dass auch während des Total-Lockdowns der Vinzibus wohnungslose und bedürftige Menschen regelmäßig mit Essen versorgt hat.

Beeindruckend war laut Wötzer die enorme Hilfsbereitschaft der Tiroler Bevölkerung, etwa im Bereich der Unterstützung älterer Menschen beim Lebensmitteleinkauf.

Doch die negativen Auswirkungen von Corona seien offensichtlich: „Die Isolation hat zugenommen und die Einsamkeit, von der früher vor allem ältere Menschen betroffen waren, ist auf die jungen Generationen übergegangen“, berichtet Präsident Wötzer. Auch bei der Kleinschuldnerberatung der Vinzenzgemeinschaften seien die Pandemie und ihre Auswirkungen deutlich spürbar. „Für die Zukunft wünsche ich mir, das es gelingt, den Schaden schnell wieder wettzumachen. Dazu müssen wir alle schauen, dass wir aufeinander zugehen und uns Zeit füreinander nehmen“, sagt Wötzer.

Die 81 Vinzenzgemeinschaften in Tirol zählen 770 Mitglieder und rund 2100 Helferinnen und Helfer. Im vergangenen Jahr wurden 750.000 Euro an Finanzhilfen ausgeschüttet, 5000 Familien und Einzelpersonen konnte damit unter anderem in Form von Lebensmittelgutscheinen, Beiträgen zu Betriebskosten und zur Vermeidung von Delogierungen geholfen werden. Nähere Informationen über die Hilfsangebote sowie die Möglichkeit zu helfen oder zu spenden gibt es unter www.vinzenzgemeinschaften-tirol.at (np)

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