Fall Eitan: Großvater legte Einspruch gegen Haftbefehl ein

Der Haftbefehl war am Mittwoch von den Justizbehörden in der norditalienischen Stadt Pavia erlassen worden. Der Angeklagte will auch das Auslieferungsgesuch anfechten.

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Bei dem Seilbahnunglück hat der kleine Eitan als Einziger überlebt. Seitdem streiten seine Familie mütterlicherseits und väterlicherseits um das Sorgerecht.
© AFP/Vigili del Fuoco

Pavia – Im Sorgerechtsstreit um den kleinen Eitan, den einzigen Überlebenden des Seilbahnunglücks in Norditalien im Mai, hat es eine neue Entwicklung gegeben. Die Anwälte des Großvaters legten Einspruch gegen den Haftbefehl und das Auslieferungsgesuch ein. Der Haftbefehl war am Mittwoch von den Justizbehörden in der norditalienischen Stadt Pavia erlassen worden.

Der Großvater mütterlicherseits soll den Buben entgegen einer richterlichen Anordnung im September von Pavia nach Tel Aviv gebracht haben. Ein Anwalt der Tante väterlicherseits, Aya Biran-Nirko, bei Tel Aviv bestätigte den Haftbefehl gegen den Großvater. Anwälte des Großvaters äußerten sich auf Nachfrage zunächst nicht.

Haftbefehl gegen weiteren Israeli

Ein Haftbefehl erging auch gegen einen weiteren Israeli, der den Großvater geholfen haben soll, wie die Staatsanwaltschaft erklärte. Demnach wurde auch die Auslieferung der beiden Männer gefordert.

Der Sorgerechtsstreit um den Buben beschäftigt die italienische und israelische Justiz sowie die Öffentlichkeit beider Staaten seit Monaten. Eitan hatte das Seilbahnunglück am 23. Mai im norditalienischen Stresa als Einziger schwer verletzt überlebt. 14 Insassen der Seilbahnkabine starben, darunter seine Mutter, sein Vater und sein jüngerer Bruder.

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Nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus übergab die Justiz Eitan in die Obhut seiner Tante väterlicherseits, die in Italien lebt. Die Familie seiner Mutter, die in Israel lebt, erhielt Besuchsrecht.

Gerichtsverhandlung am Donnerstag

Daraufhin ist ein heftiger Streit zwischen den beiden Familienzweigen entbrannt. So hatte der Großvater mütterlicherseits ohne die Genehmigung der mit der Fürsorge betrauten Tante im September Eitan von Pavia nach Lugano gebracht. Von dort waren sie mit einem Privatjet nach Tel Aviv geflogen. Ein Gericht in Tel Aviv hatte sich Ende Oktober für die Rückkehr des Kindes nach Italien ausgesprochen. Dieser Beschluss wird vom Großvater angefochten.

Am heutigen Donnerstag ist in Tel Aviv dazu eine weitere Gerichtsverhandlung im Fall Eitan geplant. Dabei soll über den Einspruch beraten werden. An der Verhandlung wird sich auf der italienische Konsul in Tel Aviv beteiligen. (APA)


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