Tiroler Manager Hunschofsky will innovative Firmen an die Spitze bringen

Top-Manager Hannes Hunschofsky vernetzt und fördert für die EU Firmen, Forscher und Start-ups von Österreich bis zum Schwarzen Meer.

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Hannes Hunschofsky (r.) mit Klaus Beetz, Vorstandschef von EIT Manufacturing.
© Matthias Heschl

Von Nina Werlberger

Wien – Hannes Hunschofsky hat sich wieder große Ziele gesteckt. Der austro-amerikanische Top-Manager leitet seit dem Vorjahr den Ost-Standort des Netzwerks EIT Manufacturing. Das ist die größte europäische Wissens- und Innovationsgemeinschaft im Bereich der Produktion. Von Wien aus vernetzt er als Managing Director der EIT Manufacturing East Firmen und Forscher in 12 Ländern, fördert Innovationsprojekte, bringt Industriekonzerne, Erfinder und Start-ups zusammen. Das Betätigungsfeld reicht von Österreich bis zum Schwarzen Meer. „Wir haben die Zielsetzung, Europa wieder zur globalen Nummer 1 für Innovationen in der Produktion zu machen“, erklärte Hunschofsky im TT-Gespräch.

Hannes Hunschofsky (EIT Manufacturing East): „Wir haben die Zielsetzung, Europa wieder zur globalen Nummer 1 für Innovationen in der Produktion zu machen.“
© Matthias Heschl

Der 60-jährige Jenbacher kennt das Produktionsgeschäft in allen Facetten. Er war zwei Jahrzehnte lang Amerika-Chef beim Hörbiger-Konzern, der mehr als 6700 Mitarbeiter hat. Hunschofsky verantwortete dort die weltweite Produktion in China, Indien, Europa und Amerika. In die USA ging er 1993 zuerst für den Gasmotorenhersteller Jenbacher (heute Innio Jenbacher). Zuvor hatte der Absolvent der HTL für Maschinenbau an der Uni Innsbruck Betriebswirtschaft studiert.

Seinen neuen Job in Wien sieht der Tiroler, der auch einen amerikanischen Pass hat und regelmäßig zu seiner Familie nach Florida fliegt, als tolle Aufgabe. „Ich finde das total spannend und es macht richtig Spaß.“ Nachdem die USA und China bei der Innovation Europa jahrzehntelang den Rang abgelaufen haben, könne es im Bereich der Industrie 4.0 nun wieder weltweit führend werden, ist Hunschofsky überzeugt. „Hier sind wir prädestiniert.“ In Europa und auch in Österreich gebe es hervorragende Ingenieure und eine ganze Reihe an Unternehmen, die im Bereich der neuen Technologien sehr innovativ seien – etwa im Bereich der Künstlichen Intelligenz oder beim 3D-Druck.

Neben dem Vernetzen kümmert sich EIT Manufacturing darum, neue Produkte in die Industrie zu bringen. Zudem wird Gründern unter die Arme gegriffen. Pro Jahr gibt es dafür ein Budget von mehreren Millionen Euro. Das Netzwerk – bislang eine Non-Profit-Organisation – beteiligt sich auch selbst an Start-ups und will künftig auch kostenpflichtige Dienstleistungen anbieten.

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Tiroler Unternehmen sollen Partner werden

Hunschofsky betont, man wolle auch Tiroler Unternehmen als Partner gewinnen. Ansprechen will er neben großen Produktionsbetrieben auch heimische Klein- und Mittelbetriebe (KMU). Aktuell wird ein Pilotprojekt mit dem Namen MIT.IC.AT gestartet, das die heimischen Unternehmen mit der europäischen Produktionsgemeinschaft zusammenbringen will. So sollen die österreichischen Unternehmen im produzierenden Bereich rascher in das EIT-Manufacturing-Netzwerk eingebunden werden. Dafür stellen das Klimaschutz- und das Wirtschaftsministerium zusätzliche Mittel zur Verfügung. Geplant sind auch Aktivitäten, wie zum Beispiel Beratungen und Veranstaltungen, vor Ort gemeinsam mit der Standortagentur Tirol.

Hunschofskys Team setzt sich auch intensiv mit den Konsequenzen des Klimawandels für die Unternehmen auseinander. „Man muss zuerst genau verstehen, wo die Emissionen entstehen“, sagt Hunschofsky. Um diese Frage zu beantworten, sei man an einer Reihe von Projekten beteiligt. „Die CO2-Reduktion ist ein Riesenthema bei uns“, unterstreicht er auch mit Blick auf die neue CO2-Steuer. Denn während sich große Unternehmenspartner wie Atos, Magna oder voestalpine schon lange damit beschäftigen würden, ortet Hunschofsky bei den KMU noch „Aufholbedarf“.


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