Herzog fällt aus: „So reicht es nicht einmal für Publikumseislauf“

Beim Weltcup-Auftakt der Eisschnellläufer in Tomaszów Mazowiecki (POL) musste Vanessa Herzog ihr Antreten verletzungsbedingt absagen.

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Physiotherapie statt Eisschnelllauf – Vanessa Herzog muss beim Weltcup-Auftakt in Polen passen.
© Herzog

Von Florian Madl

Innsbruck – Die Nagelprobe dauerte nicht einmal eine Sekunde: Vanessa Herzog wollte in der Eis-Arena von Tomaszów Mazowiecki (POL) ihre Wettkampftauglichkeit für Freitag testen, doch schon beim Einnehmen der Startposition wandte sich die Innsbruckerin mit schmerzverzerrtem Gesicht ihrem Ehemann und Manager Thomas Herzog zu.

„Es zipft mich richtig an“, fand die Olympia-Vierte von 2018 keine anderen Worte für ihre Situation. Eine Bandscheibenverletzung, zugezogen nach Meinung der Ärzte vor vier oder fünf Jahren, hatte sich bereits in den vergangenen Monaten unangenehm bemerkbar gemacht. „In den letzten 18 Wochen hatten wir 51 Physio-Einheiten“, erzählte Thomas Herzog. Man habe alle Richtungen ausprobiert: „Vom Wunderheiler bis zum Experten, von der Massage bis zur Unterwasser-Therapie war alles dabei.“ Die Verzweiflung gipfelte ausgerechnet vor dem Weltcup-Auftakt in Polen.

Die Hoffnungen, dass es vielleicht doch noch mit einem Start klappen würde, lösten sich nach einer schmerzhaften Nacht in Luft auf. Die Rückenbeschwerden wurden so akut, dass das Team Herzog Freitagfrüh das endgültige Aus bekanntgab. Auch die weiteren Bewerbe in Polen und die nächstwöchige Station in Stavanger (NOR) fallen flach, „denn so reicht es nicht einmal für Publikumseislauf“.

Das ständige Auf und Ab zerrt am Nervenkostüm der in Kärnten wohnhaften 26-Jährigen, die für heuer ursprünglich eine Änderung ihrer Lauf-Haltung vorgesehen hätte. „Angesichts der Rückenbeschwerden muss man gar nicht erst an einen Positionswechsel denken“, relativiert Thomas Herzog. Die neue Situation lässt das Duo auch die heurige Zielsetzung überdenken: „Die Probleme traten zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt auf. Ab jetzt geht es nur mehr um die Olympischen Winterspiele in Peking“, denkt die 500-Meter-Weltmeisterin von 2019 (Inzell/GER) bereits an den Saison-Höhepunkt.


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