Abschuss von Wolf 118MATK nicht mehr erlaubt, Land kündigt Revision an

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Innsbruck – Der bereits zum Abschuss freigegebene Wolf 118MATK im Oberland darf vorerst nicht mehr entnommen werden. Wie das Land Tirol am Freitagnachmittag in einer Aussendung bekannt gab, lässt das Landesverwaltungsgericht die aufschiebende Wirkung einer Beschwerde gegen den Abschussbescheid zu. „Wir werden in Revision gehen und das Höchstgericht anrufen“, kündigte LHStv. Josef Geisler an. Ohne die Möglichkeit, rasch einzugreifen, sei jeder Abschussbescheid totes Recht.

Ursprünglich war die aufschiebende Wirkung von Beschwerden gegen die Abschussgenehmigung seitens der Behörde aberkannt worden, da von dem Tier eine unmittelbare erhebliche Gefahr für Weidetiere ausgeht (59 Schafe wurden nachweislich gerissen). WWF und Ökobüro legten dagegen Beschwerde ein und aus formalen Gründen wurde die aufschiebenden Wirkung nun vom Landesverwaltungsgericht aberkannt. In der Begründung des Gerichts heißt es: „[…], so wäre die volle Wirksamkeit der späteren Gerichtsentscheidung über das Bestehen der aus dem Gemeinschaftsrecht hergeleiteten Rechte nicht sichergestellt. […] Damit wäre das Gebot der Effektivität des Unionsrechts nicht in Einklang zu bringen.“

In der Sache selbst – nämlich der Ausnahme von der ganzjährigen Schonzeit eines Wolfes in zehn Jagdteilgebieten für 60 Tage – hat das Landesverwaltungsgericht nicht entschieden. Die Jagdausübungsberechtigten und Jagdschutzorgane wurden seitens des Landes Tirol umgehend mittels SMS verständigt, dass damit die Entnahme eines Wolfes entsprechend dem Bescheid nicht mehr zulässig ist. (TT.com)


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