Sevda Chkoutova im Wörgler Polylog: Den Albträumen entschwimmen

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Sevda Chkoutovas Versuch, sich freizuschwimmen.
© Reinhard Muxel

Wörgl – Die traumatischen Gewalterfahrungen, die Sevda Chkoutova in ihrer Kindheit machen musste, versucht die inzwischen 43-Jährige mit den Mitteln der Kunst zu verarbeiten. Meist in der Form von auf großen Papieren ausgebreiteten, in akribischer Delikatesse zelebrierten Zeichnungen, in denen die seit ihrem 20. Lebensjahr in Wien lebende Rumänin, die an der Wiener Akademie bei Sue Williams und Gunter Damisch studiert hat, tief eintaucht in ihre noch immer zutiefst verwundete Seele.

„Vergiss den Traum und tanz weiter“ nennt Chkoutova ihre Ausstellung im Polylog, die eigentlich eine Rauminstallation ist. Hat die international umtriebige Künstlerin doch den galeristischen Vorraum in einen „Wald“ von mit Tuschen monochrom bemalten Latexbahnen verwandelt, die bevölkert sind u. a. mit schweinsköpfigen Müttern, die ihren Kindern das Messer an die Kehle setzen. Inszeniert allerdings nicht als effekthascherisches Spektakel, sondern als kühles, raffiniert ins Irreale abdriftendes Protokoll verstörender Albträume. In einer Reihe ihrer Bilder genauso wie in einem ebenfalls in der Schau zu sehenden animierten Film gelingt es der Künstlerin allerdings, sich von den Schatten der Vergangenheit zu lösen. Um wunderbar von aller Schwere befreite, fast arkadische, von nackten Frauen bevölkerte Szenarien zu entwerfen oder sich lustvoll zeichnend freizuschwimmen. (schlo)

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