Porsche trotzt der Pandemie und Chipkrise

Auch der Sportwagenbauer „leidet“, konnte aber dennoch die Auslieferungen steigern – und will den 911 als Verbrenner „retten“.

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Am Timmelsjoch sprang Svindal über Porsche-Modelle.
© Stefan Bogner

Von Gerhard Kuntschik

Salzburg – Zwei Filmpremieren, in denen Markenbotschafter Aksel Lund Svindal im Mittelpunkt steht, waren Grund genug für den stellvertretenden Porsche-Vorstandsvorsitzenden Lutz Meschke, nach Salzburg zu kommen. Was für ihn als Wahl-Tiroler (zweite Heimat in Going) ja kein Problem war. Doch der 55-jährige Vorstand für Finanzen und IT konnte auch über die Lage der Stuttgarter in doppelt schwieriger Zeit berichten. Die erfreulichste Nachricht: Porsche kann dem Mangel an Halbleitern auf dem Weltmarkt trotzen und die Auslieferungen um 13 Prozent zum Vorjahreszeitraum steigern – auf 217.198 Fahrzeuge von Jänner bis September. Die Chipkrise werde die Autoindustrie noch länger begleiten, sagt Meschke: „Man muss bedenken, dass weltweit nur etwa elf Prozent der Halbleiterproduktion an die Autoindustrie gehen, der Großteil aber in Consumer Electronics. Wir sind für die Hersteller also nicht die wichtigsten Abnehmer.“ Porsche will sich nun mit Direktverträgen ohne Zwischenlieferanten absichern.

Porsche bleibt jedenfalls bei der eigenen Strategie: „Elektrifizierung und Digitalisierung dürfen nicht zurückgefahren werden“, bestätigt der Vorstand. Deshalb werden bis 2025 15 Milliarden Euro investiert. „80 Prozent der Flotte werden bis Ende dieses Jahrzehnts elektrifiziert, der Großteil davon reine Batteriefahrzeuge, der geringere Anteil Plug-in-Hybride“, erklärt Meschke. Trotz aller Erweiterung des elektrifizierten Angebots haben Verbrenner bei Porsche kein Ablaufdatum, schon gar nicht der 911er: „Der ist unsere Seele, wir müssen alles tun, um ihn leben zu lassen!“, sagt er und beschwört E-Fuels. „2030 werden weltweit noch eine Milliarde Fahrzeuge mit Verbrennermotoren unterwegs sein.“

Es war 1960 eine „verrückte“ Idee, als der damals 21-jährige Lecher Egon Zimmermann (1939–2019) einen Lawinenhang am Flexenpass auf Skiern hinunterraste und über den auf der Straße zwischen Schneemauern quergestellten Porsche 356B in vier Metern Höhe sprang. 61 Jahre später wurde der Sprung von Porsche-Vorstand Lutz Meschke in Zusammenarbeit mit Egon Zimmermanns Bruder Karlheinz und Neffen Michael noch einmal in Szene gesetzt: mit mehreren Filmkameras, auf der eben freigeräumten österreichischen Seite der Timmelsjoch-Straße im Mai und mit dem Taycan zwischen den Schneemauern, nicht am inzwischen lawinensicher verbauten Flexenpass. Zimmermann wurde in Innsbruck 1964 Olympiasieger, sein Nachfolger sprang bereits als Abfahrts-Olympiasieger von Pyeongchang 2018: Aksel Lund Svindal.

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