Die Spielfreude ist zurück im ÖFB-Team: "Alle wollten unbedingt den Sieg"

Beim 4:2-Erfolg über Israel in Klagenfurt zeigten sich die ÖFB-Kicker spielfreudig wie seit der EURO nicht mehr. Goalie Daniel Bachmann kann die Spekulationen um eine Ablöse von Teamchef Franco Foda nicht nachvollziehen.

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Das ÖFB-Team konnte endlich wieder jubeln.
© EXPA/LUKAS HUTER

Klagenfurt - Österreichs Fußball-Nationalmannschaft ist gegen Israel die erhoffte Leistungssteigerung gelungen. Beim 4:2-Erfolg am Freitag in Klagenfurt zeigten sich die ÖFB-Kicker spielfreudig wie seit der EURO nicht mehr, eine mangelnde Motivation wegen der relativ geringen Bedeutung der Partie war nicht zu bemerken. "Man hat über weite Strecken gesehen, dass jeder geil darauf war, fürs Nationalteam zu spielen", erklärte Goalie Daniel Bachmann.

Auch Rechtsverteidiger Christopher Trimmel fühlte die Leidenschaft. "Man hat in der Kabine gespürt, dass alle unbedingt den Sieg wollten", berichtete der Burgenländer von seinen Eindrücken in der Pause. Das ÖFB-Team war trotz Überlegenheit mit einem 0:1 aus einem abgefälschten Freistoß in die Halbzeit gegangen, nach dem Ausgleich fing man sich praktisch aus dem Nichts das 1:2 ein. "Das zweite Tor geht auf meine Kappe", sagte Trimmel. Der Union-Berlin-Kapitän hatte den Eckball verschuldet, der zum zweiten Gegentor führte.

Danach kämpften sich die Österreicher vor allem dank des eingewechselten Doppel-Torschützen Louis Schaub zurück. "Wir haben zwei Standard-Tore bekommen, den Gegner aus dem Spiel heraus aber im Griff gehabt. Offensiv haben wir es hervorragend gemacht. Ich weiß nicht, wie viele Chancen wir uns herausgespielt haben", sagte Trimmel.

Bachmann fühlte sich zunächst an den Spielverlauf vom 2:5 im September in Haifa erinnert. "Es ist unglaublich, was wir für Tore gegen die bekommen. Bei so einem Freistoß gibt es genau eine Möglichkeit, dass der reingeht, und das ist, wenn er abgefälscht wird. Beim zweiten Tor haben wir naiv verteidigt."

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Der Keeper sorgte bereits in der achten Minute mit einem gewagten Dribbling gegen Munas Dabbur für Aufregung. "Es gibt Situationen, wo man ein Risiko eingehen muss. Ich bin erfahren genug, um das Risiko abzuschätzen zu können und das nur dann zu machen, wenn ich mir sicher bin", erklärte Bachmann und ergänzte: "Am Selbstvertrauen scheitert's bei mir nie. Ich vertraue meinem Können."

Große Stücke hält Bachmann auch auf seine Kollegen. "Es liegt bei uns nicht an der Qualität, egal ob bei den Spielern oder Mitgliedern des Trainerstabs, dass es zuletzt nicht gut gelaufen ist." Daher kann Bachmann auch die Spekulationen um eine Ablöse von Teamchef Franco Foda nicht nachvollziehen. "Wir haben in den letzten zwei Lehrgängen nicht so die Leistung gebracht, wie wir uns das vorgestellt haben. Aber jetzt eine Trainerdiskussion zu starten, macht keinen Sinn. Man hat auch gesehen, dass jeder für den Trainer Gas gibt."

Arnautovic nur noch hinter Polster und Krankl

Die Zufriedenheit über den verdienten Erfolg gegen die von Ex-ÖFB-Sportdirektor Willi Ruttensteiner gecoachten Israelis war auch David Alaba anzumerken. "Für viele Faktoren war der Sieg ganz wichtig. Speziell nach dem 0:1 und nach dem 1:2 noch einmal zurückzukommen, ist etwas, das uns sehr gut tut", betonte der vor der Partie von der APA als Österreichs Fußballer des Jahres 2020 geehrte Wiener.

Ähnlich äußerte sich Marko Arnautovic. "Unser Ziel war es, Spaß am Fußball zu haben und den Fans eine Freude machen. Wir haben heute eine sehr gute Leistung gezeigt, haben fast nichts zugelassen. Natürlich hatten wir auch zweimal Pech, aber wir wussten, dass bei diesem Spiel alles geht und wir das Spiel gewinnen", resümierte der 32-Jährige.

Dank seines Elfmetertors zum zwischenzeitlichen 1:1 hält Arnautovic bei 30 Länderspieltreffern und ist damit die alleinige Nummer drei der ewigen ÖFB-Schützenliste hinter Toni Polster (44) und Hans Krankl (34). Sein bisherigen 95 Länderspiele bedeuten zudem ex aequo mit Polster Rang drei in der All-Time-Einsatzliste der Nationalmannschaft. Davor liegen noch Andreas Herzog (103) und Aleksandar Dragovic (97).

Gerade erst am Beginn seiner Teamkarriere steht Nicolas Seiwald. Der 20-Jährige lieferte ein solides Debüt ab, hatte aber Pech, als er den Freistoß zum 0:1 entscheidend abfälschte. "Da konnte ich nicht viel machen", sagte der Profi von Red Bull Salzburg. (APA)


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