Innsbrucker Label „FeminIst“ verkauft grüne Mode

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Die Mode wird in der Türkei entworfen und produziert, verkauft wird sie in Innsbruck.
© FeminIst

Von Anna Haselwanter

Innsbruck – „Die Welt brennt und immer mehr Menschen wird bewusst, wie schädlich Fashion ist“, sagt Lara Heiss. Vier Milliarden Tonnen CO2 gehen jährlich auf die Textilbranche zurück, die Modebranche gehört laut Studien zu den größten Umweltverschmutzern der Welt. „In China sagt man, an der Farbe des Flusses erkennt man die Modefarbe der nächsten Saison“, schildert die Tirolerin. Daran wollte sie nicht mitwirken. Gemeinsam mit ihrer Mutter Sibel Yildiz gründete sie deshalb das Modelabel „FeminIst“, das es sich zur Aufgabe macht, grüne Mode zu produzieren und alle entlang der Lieferkette fair zu entlohnen. „Es ist irre schwierig, ohne Polyester und Elastan zu designen“, erklärt die Jungunternehmerin, „wir haben mit 30 Designern gesprochen, übrig geblieben sind uns schließlich drei.“

Die kommen aus Istanbul, wo das Mutter-Tochter-Gespann seine Wurzeln hat. Dort waren die Gassen früher voll mit kleinen Designern, die selbst nähten, heute ist nichts mehr davon da, sagen die beiden, denn die Großen haben die Kleinen geschluckt. „Die Idee ist deshalb, den Verbliebenen die Hand zu reichen und ihre Mode in Europa groß zu machen“, sagt Heiss. Dabei sollen die Stoffe möglichst bis auf den letzten Zentimeter verbraucht und Müll vermieden werden. „Auf Plastik verzichten wir ganz, selbst die Verpackung ist aus Maisstärke“, sagt Heiss, „das Label ist vollkommen vegan.“ Verkauft wird in und mit Basis Innsbruck, die Ware per Lkw nach Tirol gebracht. Man verzichte auf das Flugzeug, der CO2-Verbrauch werde ausgeglichen. Vorerst gibt es „FeminIst“ nur online, ein stationärer Handel in Tirol soll aber folgen.

Neben den Umweltaspekten will sich Heiss auch aktiv für Feminismus in der Fashionbranche einsetzen. Der Name ihres Labels setzt sich aus Feminismus und Istanbul zusammen, erklärt sie. Es scheint, die 25-Jährige will sich um mehrere Brandherde gleichzeitig kümmern.

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