Energieverbrauch laut Studie vor allem im Norden noch zu hoch

Laut einer Studie muss vor allem der reiche Norden seinen Energieverbrauch senken.

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Wien – Der globale Energieverbrauch muss nicht nur dekarbonisiert werden, er darf auch nicht mehr stark wachsen. Das ist in aller Kürze das Ergebnis einer neuen Studie, die im Auftrag des World Future Council (WFC) erstellt wurde. Die Studie geht dabei von einem verbliebenen maximalen CO2-Budget aus, das nicht überschritten werden sollte, wenn man das 1,5-Grad-Erderwärmungsziel erreichen will.

Zwar zeigt die Studie, dass sich die Energiewende finanzieren lässt und auch genügend Potenzial an Wind und Sonne vorhanden sei, um den errechneten Bedarf zu befriedigen. Allerdings seien im Globalen Norden besonders jene Sektoren problematisch, in denen weitere Anstiege zu erwarten seien, denn genau hier würden die Wohlstandsgewinne, die daraus entstehen, „vergleichsweise minimal“ sein. Dazu würden insbesondere die schnelle Expansion digitaler Anwendungen wie Streamingdienste, der Mobilfunkstandard 5G und Künstliche Intelligenz gehören. „Vieles, was den Energieverbrauch des Globalen Nordens hochtreibt, sind reine Luxusanwendungen mit zweifelhaften Wohlstandsgewinnen“, so Studienautor Matthias Kroll. Auch der Trend zu immer größeren und energieverbrauchsintensiveren Autos drohe anzuhalten – trotz Umstellung auf Elektromobilität.

Zudem müsse der Norden seinen Verbrauch zurückschrauben, um dem in vielen Bereichen hinterherhinkenden Süden ein größeres Stück vom verbleibenden CO2-Budget zu überlassen. (TT)


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