Kirchengrab mit Waffe aus dem Frühmittelalter in Arzler Pfarrkirche

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Die Sax, eine 44 Zentimeter lange Hieb- und Stichwaffe aus dem Frühmittelalter, lässt die Pfarrgeschichte noch weiter zurückreichen.
© Talpa

Arzl im Pitztal – Das Beste kam – wie so oft – zum Schluss: Ein altes Grab im Altarraum der Arzler Pfarrkirche enthielt nämlich nicht nur eine vermeintliche Stifterpersönlichkeit, sondern allem Anschein nach eine so genannte Sax. Das ist eine mittelalterliche Hieb- und Stichwaffe. „Wenn es eine solche ist, dann reden wir vom Alter her vom 7. oder 8. Jahrhundert“, sagt Archäologin Tamara Senfter, die mit ihren Kolleginnen heuer den Boden unter der Arzler Pfarrkirche unter die Lupe nahm. Und wenn dem so ist, dann muss die Geschichte der Pfarrkirche noch einmal umgeschrieben werden.

Seit Ostern waren die Archäologen der Unterländer Firma Talpa immer wieder in der Arzler Kirche aktiv. Anhand der Mauerreste konnten vier Kirchen festgestellt werden. Die ältesten, romanischen Reste sollten aus dem 10. bis 12. Jahrhundert stammen. Erst vor einer Woche hatte man interessierte Arzler durch die Kirche geführt. Und da war auch ein Grab – mitten im Altarraum. Senfter vermutete ein Stiftergrab – aber aus späterer Zeit, weil das Grab gar so zentral unter dem Altar der ersten Kirche angelegt war. Rechts vom Skelett war ein Holzstück auszumachen. „Wir vermuteten einen Teil des Sarges“, so Senfter.

Als die Archäologen dann aber das Holz bargen, fiel sofort das Gewicht auf. Und so entpuppte es sich als eine Schwertscheide. Und in der Scheide kam eine 44 cm lange Waffe zum Vorschein. „Eine Sax“, freut sich auch Pfarrkirchenrat Pepi Raggl. „Man muss die Untersuchungen abwarten“, bremst Senfter. Aber sie bezweifelt kaum, dass es sich damit um eine Person aus dem 7. oder 8. Jahrhundert handelt. „Und damit haben wir auch eine Kirche 0“, sagt sie. Wahrscheinlich ein Gotteshaus aus Holz. Und damit wahrscheinlich eine der ganz alten Kirchen Tirols. Man müsse die Untersuchungen aber jedenfalls abwarten.

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