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Tiroler Regisseur Meise im Interview: „Nur die Quote schafft Veränderung“

Für seinen Film „Große Freiheit“ wurde der Kitzbüheler Sebastian Meise vielfach ausgezeichnet. Die TT hat mit ihm über schockierende Recherchen, aufgebauschte Oscar-Hoffnungen und Gerechtigkeit in der Filmbranche gesprochen.

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Sebastian Meise wurde 1976 in Kitzbühel geboren. Sein Kinodebüt „Stillleben“ gewann 2012 den Spielfilmpreis der Diagonale. „Große Freiheit“ wurde 2021 in Cannes, Sarajevo und zuletzt bei der Viennale ausgezeichnet.
© AFP

„Große Freiheit“ wurde beim Filmfestival in Cannes ausgezeichnet. Schon nach der dortigen Weltpremiere gab es fünfzehn Minuten euphorischen Jubel samt stehenden Ovationen. Was geht einem in einem solchen Moment durch den Kopf?

Sebastian Meise: Wirklich fassen lässt sich dieses Gefühl nicht. Es ist ja schon eine Auszeichnung, dass es der Film nach Cannes, zum Festival schlechthin, geschafft hat. In Cannes geht es nur um das Kino, die Reaktionen sind unmittelbar. Das gibt es hierzulande vielleicht noch in der Oper: echte Begeisterung – oder, wenn man weniger Glück hat, unverblümte Ablehnung. Dort werden Filme auch minutenlang ausgebuht.

Der Film erzählt von der Kriminalisierung von Homosexuellen. Was hat Sie an dem Thema gereizt?


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