Drittimpfung in Tirol ab sofort schon nach vier Monaten möglich

Das Land Tirol reagiert wie bereits andere Bundesländer mit einem Vorziehen der Drittimpfung auf die ansteigenden Infektionszahlen. Mit dem dritten Stich seien die Geimpften bestmöglich geschützt, betonten die Experten.

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Nun werden Anmeldungen zur Drittimpfung bereits vier Monate nach dem Zweitstich entgegengenommen.
© Thomas Böhm

Innsbruck – Die Landesregierung reagiert auf die steigenden Infektionszahlen mit einem Vorziehen der dritten Impfung bereits vier Monate nach dem zweiten Stich. Das gaben Landeshauptmann Günther Platter und Gesundheitslandesrätin Annette Leja (beide ÖVP) in einer Aussendung bekannt. Termine für eine dritte Impfung sind ab sofort 120 Tage nach der zweiten Impfung buchbar. „Viele Tirolerinnen und Tiroler wollen vorsorglich frühzeitig ihre dritte Impfung erhalten, um bestmöglich geschützt zu sein. Wie auch in anderen Ländern haben wir uns auch in Tirol dazu entschieden, diesen Weg der dritten Impfung ab sofort umzusetzen: Alle, die die dritte Impfung – unabhängig vom Impfstoff – bereits ab vier Monaten wünschen, können diese auch erhalten“, betont LH Platter.

Dritte Impfungen sind für Personen über 18 Jahren vorgesehen. Zudem können sich beispielsweise auch Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren, die einer Risikogruppe angehören, ein drittes Mal impfen lassen. Grundsätzlich muss ein Abstand von mindestens 120 Tagen zur Zweitimpfung eingehalten werden, damit die dritte Impfung im Grünen Pass als solche eingetragen wird. Personen, die mit Johnson & Johnson (Janssen) einmalig geimpft wurden, sollen schnellstmöglich (frühstens 28 Tage nach der ersten Impfung) ihre Zweitimpfung wahrnehmen (bevorzugt mit mRNA-Impfstoff, auf eigenen Wunsch ist auch „Janssen“ möglich).

Aktuelle Zahlen zeigen, dass der Impfschutz nach etwa vier bis sechs Monaten abnimmt. Daher ist es nun wichtig, seinen Körper an die Antikörper wieder zu erinnern und das derzeitige Impfschema mit der dritten Impfung zu ergänzen – innerhalb dieser Frist gilt: je früher desto besser.
Landesrätin Annette Leja (ÖVP)

Delta-Variante macht Impfschutz zu schaffen

Dass es eine dritte Impfung brauche, habe sich in neuen Erkenntnissen gezeigt. Das sei aber "absolut nichts Ungewöhnliches", meinte der Direktor der Inneren Medizin der Uni-Klinik Innsbruck Günther Weiss. Wir kennen das "von vielen anderen Impfungen gegen Virusinfektionen wie etwa Hepatitis B, FSME oder Polio", so Weiss.

"Dazu kommt, dass ansteckendere Corona-Mutanten aufgetaucht seien (Delta-Variante), welche die Effektivität und Dauer des Infektionsschutzes durch die Impfung vermindern“, erklärt der Infektiologe. Insbesondere ältere Personen aber auch jene, bei denen die zweite Impfung schon über sechs Monate zurückliege, sollten demnach unbedingt die Möglichkeit zur dritten Impfung rasch wahrnehmen – der Impfschutz nehme auch mit steigendem Alter und bei chronischen Erkrankungen eher ab.

Neue Daten aus Israel zeigen laut Weiss, dass etwa 14 Tage nach der Auffrischungsimpfung (dritte Impfung) die Infektionsanfälligkeit und das Risiko für einen schweren Verlauf um ein Vielfaches abnehmen im Vergleich zu nur zweimalig Geimpften, bei welchen die Impfung schon über sechs Monate zurückliegt.

Personen, die ihre dritte Impfung ablehnen, verlieren einen großen Teil des Schutzes vor einer schweren Covid-Erkrankung im Falle einer Infektion. Auch das Risiko einer Infektionsweitergabe ist deutlich erhöht. Wir brauchen eine hohe Durchimpfungsquote, um diese Pandemie bewältigen zu können. Daher unser eindringlicher Appell: Lassen Sie sich erstmalig impfen bzw. verbessern Sie Ihren bestehenden Impfschutz durch die dritte Impfung.
LH Günther Platter und LR Annette Leja

Experte weist Argumente gegen Impfung entschieden zurück

Zum häufig vorgebrachten Argument, dass die Covid-Impfung nicht wirke und es deshalb eine dritte Impfung benötige, sagt Günter Weiss: „Ich verweise darauf, dass es auch in der Medizin nichts gibt, was einhundertprozentig wirkt. Auf Basis zahlreicher, hochwertiger wissenschaftlicher Studien hat sich aber gezeigt, dass der Impfschutz je nach Präparat anfangs bei bis zu 95 Prozent liegt – bei der Delta-Variante wohl um etwa zehn Prozent niedriger. Entscheidend ist der Schutz vor schwerer Erkrankung und Tod und hier zeigt sich eine sehr gute Wirksamkeit, auch bei älteren Patientinnen und Patienten liegt diese bei rund 80 bis 90 Prozent. (TT.com)

Information

Erst-, Zweit- und Drittimpfungen sind weiterhin in allen Tiroler Impfzentren mit und ohne Anmeldung, im Rahmen dezentraler Impfangebote, bei den Impfstellen des Landes und bei niedergelassenen ÄrztInnen möglich.

❓ Informationen finden sich hier ▶️ www.tirol.gv.at/tirolimpft.

📲 Anmeldungen sind hier ▶️ www.tirolimpft.at möglich.


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