Ehemaliges Tennis-Ass Schett: „Frauen müssen gefördert werden“

Mit Barbara Schett (Tennis), Christine Wolf (Golf) und Angelika Neuner (Rodeln) sprachen erfolgreiche Tirolerinnen über den Stellenwert von Frauen im Sport.

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Verschiedene Sportarten, ähnliche Probleme: die ehemalige Rodlerin Angelika Neuner, Gesprächsleiter Mitterbauer, Golferin Christine Wolf und Tennis-Expertin sowie ehemalige Top-Ten-Spielerin Barbara Schett.
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Von Sabine Hochschwarzer-Dampf

Innsbruck – Es soll erst nächstes Jahr Schwerpunkt des Panathlonclubs Innsbruck werden, bei der Auszeichnung mit der Trophäe für Christine Wolf am Dienstagabend in Igls lieferte man aber bereits einen Ausblick auf das Thema „Frauen im Sport“. Neben Profi-Golferin Wolf stellten sich mit Ex-Rodlerin Angelika Neuner und der ehemaligen Tennisspielerin Barbara Schett zwei einstige Panathlon-Preisträgerinnen den Fragen von Vizepräsident Günther Mitterbauer. Kurzfazit vorab: In den verschiedenen Sportarten stehen Frauen vor unterschiedlichen Herausforderungen.

Damen-Doppelsitzer: Die Olympia-Silber- und -Bronzemedaillengewinnerin Neuner findet die Geschlechtergleichstellung im Olympia-Programm „hervorragend“. Ein Doppelsitzer-Bewerb für Damen soll demnach 2026 auch olympisch werden. „Noch ist es ein junger Sport und es gilt einiges zu entwickeln. Vieles, wie etwa Starthöhen, muss erst noch ausgetestet werden“, beschreibt Neuner. Ein Comeback mit ihrer ebenfalls einst erfolgreichen Schwester Doris schloss sie aber lachend aus: „Wir waren auf den Einsitzer spezialisiert, aber es ist eine tolle Chance für junge Sportlerinnen.“

Mixed-Doppel: Auch Tennis-Expertin Schett machte abgesehen vom Einzel (Nr. 7 der Welt 1999) Erfahrungen im Doppel (Nr. 8 der Welt 2001), auch im Mixed-Doppel: „Das ist ein wirklich interessanter Bewerb, auch sportlich. Die Männer halten bei den Frauen voll drauf und weil er nur bei den Grand-Slam-Turnieren gespielt wird, ist auch das Zuschauerinteresse groß.“

„Gender-Gap“: Im Gegensatz zu den großen vier Tennisturnieren sind die Gehälter im Golfsport nicht angeglichen. „In Europa verdienen wir Frauen lediglich zehn Prozent von dem, was die Männer bekommen“, beschreibt die Igler Proette Wolf. In den letzten Jahren habe sich aber einiges getan, sich in die richtige Richtung entwickelt. In der Liste der bestbezahlten Sportlerinnen überhaupt scheinen Golferinnen auch nicht unter den Top Ten auf. Vielleicht mit ein Grund: „Es ist schade, dass man uns kaum im TV sieht, ich denke, das Interesse wäre da.“

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Frauenanteil: Auf die Frage, warum nur 36,7 Prozent der Golfer weiblich sind, findet Wolf hingegen keine Antwort, „dabei wäre durch Handicap-Prinzip und vorverlegten Abschlag ein Vergleich bei uns durchaus fair“. Der niedrigere Anteil zieht sich allerdings durch alle Sportarten. Schett: „Frauensport gehört also unbedingt mehr gefördert.“

Benachteiligungen: Neuner sieht auch positive Entwicklungen: „Frauen als Heeressportlerinnen oder bei der Polizei – das gab es bei uns noch nicht.“ Schett zeigte sich indes sogar schockiert über Aktuelles, etwa dass über weibliche TV-Expertinnen bei Herren-Skirennen noch geredet werde: „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man als Frau immer etwas besser sein muss, um wahrgenommen zu werden.“


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