Bezirk Imst

Angriff auf Handl, Tiwag, Gemeinde: Haiming kommt nicht zur Ruhe

Ein Postwurf greift Tiwag, Handl und Gemeinde Haiming an.
© Parth

Haiming – Drei Wochen nach dem Postwurf der „Bürgerbewegung Haiming“ rund um die Grundverkäufe der Tiwag an Handl Tyrol meldeten sich am Donnerstag die „Rechtsnachfolger“ jener Bauern per Flugblatt zu Wort, die in der NS-Zeit die entsprechenden Gründe für einen Kraftwerksbau verkauft hatten. Unter dem Titel „Flächenwidmungsbegehren Handl – keine voreiligen Beschlüsse“ fordern sie die Gemeindeführung auf, die Flächenwidmung des gut 37.000 m² großen ehemaligen Campingplatzes nicht vorzunehmen. Einmal mehr kritisieren die Erben rund um ihren Sprecher Anton Raffl, dass die Tiwag ihnen die Gründe nicht zum Rückkauf angeboten habe.

Wie berichtet, hatte Handl 2015 rund 80.000 m² von der Tiwag erworben. Zuletzt hatte Handl die Option für die Erweiterung am Camping-Areal gezogen. Die Widmung dafür ist noch ausständig. Außerdem besteht für die westlich gelegenen 54.000 m² für Handl ein Vorkaufsrecht, wobei Christian Handl bereits erklärte, nicht gebrauchte Grundstücksteile der Gemeinde für andere Gewerbebetriebe zur Verfügung zu stellen.

Hier kritisieren die Erben, dass das Landesunternehmen Tiwag die Flächen „einem einzigen Bewerber ohne öffentliche Ausschreibung“ veräußert habe. Außerdem habe es sich dazumal noch um landwirtschaftliche Freilandflächen gehandelt.

Tiwag-Vorstandsvorsitzender Erich Entstrasser meint dazu: Der Verkauf sei von der Grundverkehrsbehörde geprüft und genehmigt worden. Zudem seien sich Handl und Gemeinde über eine Ansiedelung einig gewesen. Das geeignete Areal war im Eigentum der Tiwag, es gab keine weiteren Interessenten, aber ein öffentliches Interesse.

Offen ist, was mit dem 172.000 m² großen Waldstück südlich geschieht. LHStv. Josef Geisler strebt seit zwei Jahren dort eine Lösung mit den Erben an. Entstrasser waren bislang keine Interessenten bekannt. „Wir wollen es aber loswerden“, sieht er die Haiminger Gründe als Imagebelastung für die Tiwag.

Mit völligem Unverständnis für die Vorgangsweise von Anton Raffl reagiert Handl-Tyrol-Chef Christian Handl: „Seit Jahren droht Herr Raffl damit, zu klagen. Wenn er meint, ihm sei Unrecht widerfahren, so möge er vom Reden ins Tun kommen und endlich den ihm zustehenden Rechtsweg beschreiten.“ Handl Tyrol wolle die bereits bekannten Ausbaupläne weiterverfolgen. Dazu gehören die Ansiedlung von Logistik und Verpackung in einem mehrstufigen Ausbauplan. „Unsere Pläne würden wir gerne im Gemeinderat präsentieren, sobald wir dazu geladen werden. Wir bemühen uns um eine Widmung im Konsens mit der Gemeinde“, unterstreicht Handl.

Der ebenfalls angegriffene BM Josef Leitner war gestern für kein Statement erreichbar. (pascal, top)

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