Mercedes Benz: Im Februar rollt der EQB heran

Mercedes-Benz bemüht sich weiterhin darum, die Elektromobilität massentauglich zu machen. Ein weiteres Instrument dafür ist ein geräumiges Kompakt-SUV mit der Option auf eine dritte Sitzreihe.

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Ab Ende November lässt sich der EQB bestellen, im ersten Quartal des nächsten Jahres kommt er zu den Händlern.
© Mercedes-Benz

Von Franz Farkas

Sindelfingen – Nach dem EQS und dem EQA bringt Mercedes jetzt mit dem EQB ein vollelektrisches Kompakt-SUV unterhalb des EQC. Den Antrieb übernimmt das neue Modell vom EQA, die Plattform ist ident mit der des Verbrenners GLB. Entsprechend ist der EQB mehr auf Praktikabilität ausgelegt, es gibt ihn optional auch mit dritter Sitzreihe.

Schon optisch ändert sich nicht viel im Vergleich zum GLB. Auch die E-Version ziert vorne das schwarze Grillelement, das hier natürlich der Erkenntlichkeit halber verschlossen wurde und das alle EQ-Modelle eint. Auch die Lichtsignatur mit dem durchgehenden LED-Band und die Gestaltung der Schürze kommen einem sofort bekannt vor. Nur, dass beim EQB die Plastikbeplankung etwas breiter ausfällt und über dem mittigen Lufteinlass fortgeführt wird. Ganz ähnlich ist es am Heck. Hier bekommt das SUV eine im Vergleich zum EQA leicht abgewandelte Lichtsignatur mit durchgehendem Leuchtband – das Nummernschild wird darum in die ebenfalls veränderte Schürze ausgelagert. Breite und Radstand sind ebenfalls gleich geblieben, nur die Überhänge und damit die Länge ist etwas gewachsen, ebenso die Höhe.

Wie nicht anders zu erwarten war, gleicht auch der Innenraum des EQB seinem Verbrenner-Kollegen. Sowohl das Armaturenpanel mit den zwei Bildschirmen als auch das Volant und die Sitze sind von den anderen Kompaktmodellen der Marke bekannt. Es gibt nur eine neue Grafik der Bildschirme und ein Navisystem, das auch Ladepunkte beinhaltet. Der etwas höhere Aufbau sorgt für ein luftiges Raumgefühl, im Fond finden zumindest zwei Passagiere viel Platz. Der bedingt durch den im Wagenboden integrierten Akku etwas höher gelegte Boden zwingt die Passagiere in der zweiten Reihe zwar, die Knie etwas mehr abzuwinkeln, das stört aber kaum. Praktisch ist die um 14 Zentimeter verschiebbare Rückbank, sie bringt etwas mehr Kofferraum. Der ist eben und geräumig: Das Ladevolumen hat mit 495 bis 1710 bzw. 465 bis 1620 Liter. Die geringeren Maße sind für die auf Wunsch erhältlichen weiteren zwei Sitze in einer dritten Reihe verfügbar. Diese beiden Sitze sind für Personen bis 1,65 Metern Größe zugelassen, in der Praxis finden wohl nur kleinere Kinder einigermaßen bequem Platz.

In Europa startet der im ungarischen Mercedes-Benz Werk Kecskemét gefertigte SUV als EQB 300 4MATIC (Stromverbrauch kombiniert NEFZ: 16,2 kWh/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 0 g/km) mit 168 kW und als EQB 350 4MATIC mit 215 kW (Stromverbrauch kombiniert NEFZ: 16,2 kWh/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 0 g/km)1. Die Reichweiten nach WLTP betragen jeweils 419 Kilometer.

In einem ersten Test in der Umgebung von Stuttgart konnten diese Werte mit dem stärkeren Modell zumindest bei gemäßigter Fahrweise durchaus erreicht werden. Bei schneller (in Deutschland unlimitierter) Autobahnfahrt unter zumindest zeitweiliger Ausnutzung der vom Auto auf 160 km/h beschränkten Höchstgeschwindigkeit sind immer noch etwa 350 Kilometer realistisch. Allerdings verspricht Mercedes weitere Varianten des EQB für spezielle Kundenwünsche, darunter auch eine besonders reichweitenstarke Version. Sehr gut gefallen konnten auch das ausgezeichnete Fahrwerk, lediglich in sehr flott gefahrenen Kurven macht sich das doch recht hohe Eigengewicht von 2,2 Tonnen plus Beladung bemerkbar. Gut gelungen ist auch die fein abstimmbare Rekuperation per Lenkpaddel und das nahezu unmerkbare Umschalten von Zwei-auf Vierradabtrieb.

Preislich liegt der EQB 300 4Matic beginnend bei 56.601 Euro, der größere Bruder ist ab 59.360 Euro zu haben. Zu bestellen ist das neue Modell ab 24. November, die tatsächliche Markteinführung erfolgt im Februar 2022.


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