Preisgekrönt in den nächsten Lockdown: Nestroypreise verliehen

Ohne Saalpublikum, aber live im Fernsehen: Sonntagabend wurden in Wien die Nestroypreise vergeben.

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Barbara Freys Inszenierung von Anna Gmeyners „Automatenbüfett“ wurde mit dem Nestroy ausgezeichnet.
© Horn

Wien – Noch bevor am Montag der vierte landesweite Corona-Lockdown in Kraft tritt, wurden Sonntagabend im Theater an der Wien die Nestroypreise vergeben. Die zunächst geplante Gala wurde kurzfristig gecancelt. Die von Nadja Bernhard und Peter Fässlacher moderierte Preisverleihung wurde von ORF III übertragen. Vergeben wurden die Auszeichnungen für herausragende Leistungen im Sprechtheater in 14 Kategorien. Nominierte aus Tirol gab es heuer nicht.

Zwei Preisträgerinnen wurden schon vorab bekannt gegeben: Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek wurde für ihr Lebenswerk geehrt, die 1986 geborene Miroslava Svolikova bekam für ihr im September 2020 im Schauspielhaus Wien uraufgeführtes Stück „Rand“ den Autor*innenpreis für den besten Bühnentext.

Großer Sieger der Nestroys 2021 war das Wiener Burgtheater, dessen Ensemblemitglied Michael Maertens für seine Darstellung des Karel Kopfkringl in „Der Leichenverbrenner“ und des Adam in „Automatenbüfett“ als bester Schauspieler prämiert wurde. Für die Inszenierung von „Automatenbüfett“ erhielt Barbara Frey den Regie-Preis. Mehmet Atesçi wurde zudem für die Akademietheaterproduktion „Bunbury“ in der Nebendarstellerkategorie ausgezeichnet.

Die Auszeichnung als beste Schauspielerin ging an Lina Beckmann, die in „Richard the Kid & the King“ bei den Salzburger Festspielen die Titelrolle spielt.

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Zwei Nestroys gingen an das Schauspielhaus Graz: Die österreichische Erstaufführung von Thomas Köcks „dritte republik (eine vermessung)“ wurde zur besten Bundesländerproduktion gekürt, die virtuelle Vorstellung „Krasnojarsk: Eine Endzeitreise in 360°“ bekam heuer den für digitale Formate neu eingeführten Corona-Spezialpreis.

Die Auszeichnung für die beste Ausstattung ging an Nina von Mechow und ihr Bühnenbild für René Polleschs „Die Gewehre der Frau Kathrin Angerer“ (Wiener Festwochen). Die Nachwuchspreise erhielten Paula Nocker, die in der Josefstädter „Dreigroschenoper“ die Lucy spielte, und an Gregor Schulz, den Franz Moor in „Die Räuber“ am Salzburger Landestheater. (jole)

Nestroy 2021

Beste Schauspielerin: Lina Beckmann in „Richard the Kid & the King“, Salzburger Festspiele.

Bester Schauspieler: Michael Maertens in „Der Leichenverbrenner“ und „Automatenbüfett“, Akademietheater.

Nebenrollenpreis: Mehmet Atesçi in „Bunbury“, Akademietheater.

Beste Regie: Barbara Frey für „Automatenbüfett“, Akademietheater.

Beste Bundesländer-Aufführung: „dritte republik“ von Thomas Köck, Schauspielhaus Graz.

Beste deutschsprachige Aufführung: „Einfach das Ende der Welt“ nach Jean-Luc Lagarce, Schauspielhaus Zürich.

Beste Off-Produktion: „Precarious Moves“ von Michael Turinsky, Tanzquartier Wien.

Bestes Stück: Miroslaca Svolikova „Rand“, Schauspielhaus Wien.

Lebenswerk: Elfriede Jelinek.

Publikumspreis: Verena Altenberger.


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