Innsbruck-Land

Streit um Bauprojekt in Patsch: „Alle Kontrollinstanzen haben hier versagt“

Schwarzbau-Vorwürfe beschäftigen die Gemeinde Patsch seit Jahrzehnten.
© Böhm

Schwarzbauten, offene Fragen und eine Erkenntnis: Frühere Fehler einer Baubehörde – beabsichtigt oder nicht – sind im Nachhinein kaum reparabel.

Von Michaela S. Paulmichl

Patsch – Ein Beamter der Bezirkshauptmannschaft Innsbruck konfrontierte den Bürgermeister der Gemeinde Patsch mit dem Vorwurf, einen Schwarzbau errichtet zu haben. Das war 1996, die Schlagzeile in der Tiroler Tageszeitung lautete damals: „Ortschef als ,Schwarzbauer‘?“ Beeinträchtigt fühlte sich eine Familie in der Nachbarschaft, die Sache zieht sich – auch nach dem Tod des Bürgermeisters – bis heute hin, beschäftigt längst die nächsten Generationen und lässt die Tochter der Nachbarn – selbst eine Juristin – am Rechtsstaat zweifeln. Die Folgen bis heute: Durch die Baumaßnahmen sei die Zufahrtsstraße zu eng geworden, immer wieder soll es deshalb zu Problemen kommen.

Wie die Tirolerin berichtet, soll es von Seiten der Gemeinde neue Messungen gegeben haben, mit dem Ergebnis, dass alles in bester Ordnung sei. Schriftliche Unterlagen wurden aber nie vorgelegt oder öffentlich gemacht. Der heutige Patscher Bürgermeister Andreas Danler bezieht sich auf Anfrage auf die Tiroler Bauordnung: „Akteneinsicht bekommen nur direkte Nachbarn, was auf die Familie aber nicht zutrifft.“ Deshalb bleibt alles unter Verschluss. Die Beschwerden seien jedenfalls als nicht relevant eingestuft worden, heißt es. „Würde es sich hier um einen Schwarzbau handeln, müssten wir dagegen vorgehen.“ Danler spricht davon, „die Sache endlich ruhen zu lassen“, es handle sich um einen Nachbarschaftsstreit.