Der Handel bangt, Online als Gewinner: „Click and Collect“ als Alternative

„Click and Collect“ als Alternative zum Online-Shopping. Geschäfte sollen um 19 Uhr schließen.

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Der Lockdown fällt heuer noch ungünstiger, da auch der umsatzstarke 8. Dezember betroffen ist.
© Rudy De Moor

Wien – Süßer die Kassen nie klingeln – allerdings nicht für den heimischen Handel. Laut der Johannes Kepler Universität (JKU) Linz verliert die Branche durch den neuerlichen Lockdown bis zu 140 Mio. Euro pro Tag. Profiteur ist der Online-Handel, so das Ergebnis einer Befragung des E-Commerce-Gütezeichens. Während generell ein Fünftel (21,2 %) mehr als die Hälfte der Einkäufe im Internet erledigt, ist dieser Anteil zu Weihnachten mehr als doppelt so hoch. 48,3 % wollen zumindest die Hälfte der Weihnachtsgeschenke online besorgen. Der nach der Befragung verkündete Lockdown werde zudem den ohnehin bereits hohen Online-Shopping-Anteil noch weiter steigern.

Hoffnung für den österreichischen stationären Handel und eine Alternative zum Online-Shopping biete „Click and Collect“, bei dem Kunden Waren online oder telefonisch bestellen und dann im Geschäft abholen. So hat laut Berechnungen der JKU im letzten Lockdown rund ein Fünftel der Kunden dies genutzt. Allerdings werde „Click and Collect“ von nur rund 5 bis 10 % der Händler angeboten. „Click and Collect“ könne Umsatzverluste in keinster Weise ausgleichen, so Handelsobmann Rainer Trefelik.

Indessen fordert die Gewerkschaft GPA, die Geschäfte im Lebensmittelhandel um 19 Uhr zu schließen. Die GPA begründet dies mit mehr Sicherheit für die Angestellten, und es würde verhindern, dass oft kurzfristig eingesprungen werden müsse. Der Handelsverband konterte, dass die längeren Öffnungszeiten den Konsumenten gerade jetzt im Lockdown einen stressfreien Einkauf auch nach der Arbeit ermöglichen. Überdies erleichtere die Beibehaltung der gewohnten Öffnungszeiten die Entzerrung der Kundenströme, was aus epidemiologischer Sicht sinnvoll sei.

Zudem ist wieder die Frage aufgetaucht, ob der Lebensmittelhandel im Lockdown Artikel wie Tablets, Smartphones und andere Güter aus dem Non-Food-Bereich verkaufen darf. Auslöser der Diskussion war die Ankündigung einer „Schnäppchenwoche“ eines Diskonters. „Grundsätzlich ist das gesetzlich erlaubt. Allerdings würden wir uns eine genaue rechtliche Regelung wünschen“, erklärt Stefan Mair, Sprecher der Tiroler Lebensmittelhändler Schon deshalb, weil das Thema immer wieder auftauche, nur der Anlass ändere sich. Zudem verweist Mair darauf, dass die Händler diese Artikel auch ganzjährig im Sortiment hätten. (TT, hu)


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