Schramböck nach Reise: Dubai wichtig für das Exportland Österreich

Zufrieden zeigt sich Wirtschaftsministerin Schramböck nach ihrer Reise in den Mittleren Osten, Exportland Österreich müsse Chancen nutzen.

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Ministerin Margarete Schramböck eröffnete den Nationentag auf der Expo am Freitag mit der Musikkapelle Haiming. Mitgebaut haben österreichische Firmen etwa auch den Singapur-Pavillon auf der Expo Dubai 2020.
© Hartberger

Von Verena Langegger

Dubai, Innsbruck – Mit ihrem Besuch auf der Expo 2020 in Dubai und der „Austria Connect Gulf Conference“ ist Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) sehr zufrieden: „Die Reise war wichtig, denn Österreich ist und bleibt ein Exportland. Unsere Exportunternehmen verdienen ihr Geld im Ausland und sichern damit jeden zweiten Arbeitsplatz in Österreich.“ Zudem seien in Dubai „einige Deals an Land gezogen“ worden. „Die Weltwirtschaft schläft nicht, daher ist es wichtig, dass wir weiterhin das internationale Parkett für unsere Unternehmen nutzen“, sagt Schramböck.

Die Expo sei zudem eine Bühne für Österreich vor einem Millionenpublikum aus aller Welt. Rund 100 österreichische Unternehmen sind am österreichischen Expo-Beitrag beteiligt, weitere 15 haben an anderen Pavillons mitgearbeitet. „Damit zeigen wir die volle Kraft unserer Betriebe“, sagte Schramböck am Nationentag. Mit dem Österreich-Pavillon soll das Land als attraktiver Innovationsstandort im Herzen Europas positioniert werden. Österreich will mit Klimaschutz, intelligenten Produkten und einer einzigartigen Kulturszene punkten. So wurde der österreichische Pavillon etwa mit traditionellem Lehmputz ausgestattet. Dieser soll für ein kühles Raumklima sorgen, zudem verbraucht er bis zu 70 Prozent weniger Energie als konventionelle klimatisierte Gebäude in Dubai. Doch nicht nur der Österreich-Pavillon wurde mit Österreich-Expertise gebaut. So stammen die Vernebelungsanlagen des Singapur-Pavillons von der Raintime GmbH mit Sitz in Münchendorf. Dieser Nebel sorgt für eine nachhaltige Kühlung von bis zu 10 Grad Celsius.

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) gelten als Drehscheibe, als „Hub zwischen der arabischen Welt, Asien und Afrika“, so Schramböck. 150 österreichische Unternehmen sind in der Region mit Niederlassungen oder Zweigbüros vertreten, mehrere hundert agieren darüber hinaus über Vertreter oder Importeure.

Besonders erfolgreiche Exporteure kommen aus dem Bausektor und Bauzulieferbereich, ausgeliefert wird alles: Fahrzeuge, Nahrungsmittel bis hin zu Maschinen und Messgeräten. Die Exportvolumina haben sich in den vergangenen 45 Jahren, seit es offizielle diplomatische Beziehungen zwischen Österreich und den VAE gibt, nahezu exponentiell entwickelt, heißt es aus der Wirtschaftskammer. „Von quasi null im Jahr 1970 auf 100 Millionen Euro im Jahr 2000“, erklärt WKO-Vizepräsident Richard Schenz. Österreich zählt bereits zu den größten Investoren in den VAE. Die österreichischen Investitionen sanken im Jahr 2020 um 14,6 Prozent auf 7,6 Mrd. Euro. Wichtige Unternehmen vor Ort sind etwa die OMV, aber auch Alpla und Vamed. Auch umgekehrt funktioniert die Wirtschaft. Die emiratischen Investitionen in Österreich sind 2020 um 22,4 Prozent auf 4,5 Mrd. Euro gesunken, durch den Verkauf von 39 Prozent der Borealis-Anteile vom Staatsfonds Mubadala an die OMV. Zwei Gebäude, die Erfolgsgeschichten auch aus österreichischer Sicht sind, sind der Burj Khalifa in Dubai und der Louvre in Abu Dhabi. Beim Bau des Burj Khalifa lieferte die DOKA GmbH Schalungen und Sicherheitsausrüstung, von Lisec Mittlerer Osten stammt die Glasfront, Waagner-Biro & Unger Stahlbau lieferten Überdachungen, die Ecotherm GmbH das Heizungssystem, die Austrian Tech GmbH das Rohrsystem im Armani Hotel. Von der voestalpine AG stammt das Stahlfundament, von SKIDATA das Garagensystem und die Herz Energietechnik GmbH sorgte für neue Leitungen.

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Auch Unternehmen wie die Bene AG, Red Bull, Swarovski oder die voestalpine AG liefern ihre Produkte in die VAE. Zu den erfolgreichsten heimischen Unternehmen zählt die Unger Stahlbau GmbH, die etwa Lösungen für architektonischen Stahlbau bietet. Wie wichtig Weltausstellungen zum Netzwerken sind, zeigen Vertragsunterzeichnungen:

Es kamen etwa Verträge zwischen der Cleen Energy AG und der FAM Ganz Green Energy Solar Energy Systems Installation im Wert von bis zu 80 Millionen US-Dollar zustande. Auch die Rabmer-Gruppe und die Danway Group konnten einen Abschluss erzielen.


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