„Am Rande des Ruins": Ex-FPÖ-Chef bittet auf Facebook um Geldspenden

Der ehemalige FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache bittet auf Facebook um Geldspenden, um seine Anwaltsrechnungen bezahlen zu können. Er sei de facto pleite.

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Ex-Vizekanzler und FPÖ-Chef HC Strache.
© ALEX HALADA

Wien – Ex-FPÖ-Chef Heinz Christian Strache ersucht seine Unterstützer via Facebook und Messenger-Dienste um finanzielle Unterstützung. Er wolle damit seine „horrenden anwaltlichen Kosten zwecks notwendiger juristischer Verteidigung" decken. Gegen Strache wird seit der Veröffentlichung des Ibiza-Videos ermittelt. Ende August war er in erster Instanz nicht rechtskräftig wegen Bestechlichkeit zu 15 Monaten bedingter Haft verurteilt worden. Dagegen meldete er „volle Berufung" an.

Die über zweieinhalb Jahre dauernden Ermittlungen hätten ihn „finanziell an den Rand des wirtschaftlichen und existentiellen Ruins" getrieben, schreibt Strache – und greift zu einem ungewöhnlichen Mittel. Er teilt auf Facebook seine Kontonummer und bittet um Spenden. Er wolle „weiterhin mit allen juristischen und demokratischen Mitteln" seine Unschuld beweisen und die „falschen und verleumderischen Anwürfe" widerlegen. Dafür bittet er seine „Freunde und Unterstützer" um „persönliche Unterstützung, Hilfe und Spenden".

Aus dem „Team HC Strache" hieß es gegenüber der APA, dass es „zutiefst menschlich" sei, wenn Strache „nun um Hilfe bittet, denn er war ja immer für andere da". Bei den Ermittlungen gegen Strache handle es sich um die „mutwillige Zerstörung seiner gesamten Existenz". Pro Monat fielen „tausende Euro" an Anwaltskosten an.

Strache ist Ende August am Wiener Landesgericht – nicht rechtskräftig – wegen Bestechlichkeit zu 15 Monaten bedingter Haft im Prozess um den Privatkrankenanstalten-Finanzierungsfonds (Prikraf) verurteilt worden. Der mitangeklagte Eigentümer der Privatklinik Währing, Walter Grubmüller, fasste wegen Bestechung zwölf Monate aus, ebenfalls auf Bewährung. In dem Verfahren war es um einen vermuteten Gesetzeskauf im Zusammenhang mit der Privatklinik Währing gegangen. Die Urteile sind nicht rechtskräftig. Straches Verteidiger Johann Pauer meldete nach Rücksprache mit seinem Mandanten „volle Berufung" an. (APA)

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