AK-Umfrage: Heiß-kalt für Tiroler Tourismus

Hoher Stellenwert des Tourismus für Tirols Wirtschaft und auch eine überraschend große Bereitschaft, dort zu arbeiten, aber dann doch viele Kritikpunkte: Das ergibt die neue AK-Repräsentativumfrage.

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Für 57 Prozent der befragten Tirolerinnen und Tiroler käme ein Job im Tourismus grundsätzlich in Frage, es gibt aber etliche Hindernisse.
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Von Alois Vahrner

Innsbruck – Die Arbeiterkammer hat mit einer umfassenden Repräsentativumfrage von market (1000 Tirolerinnen und Tiroler wurden befragt) das Stimmungsbild im Land zu verschiedenen Themen untersuchen lassen. Ein Teil der Umfrage widmete sich auch dem Tiroler Tourismus. Dieser wurde durch die Corona-Pandemie seit März 2020 besonders hart getroffen, rund um den Tourismus gibt es aber immer wieder intensive Diskussionen über Ausbaugrenzen, die Tourismusgesinnung der Bevölkerung, Verkehrsbelastungen oder den Mitarbeitermangel in der Branche.

Laut der AK-Umfrage misst die Bevölkerung dem heimischen Tourismus einen sehr hohen Stellenwert für die Tiroler Wirtschaft bei. Für 76 Prozent der Befragten ist der Tourismus sehr wichtig für die Wirtschaft und den Wohlstand im Land, für weitere 20 Prozent eher wichtig (in Summe also 96 Prozent). Nur 4 Prozent geben an, dass der Tourismus in Tirol weniger wichtig oder unwichtig sei. Dieses klare Stimmungsbild zieht sich quer durch alle Bildungsschichten, Altersgruppen und Regionen, sagt market-Chef Werner Beutelmeyer gegenüber der TT.

Durchaus überrascht sind Beutelmeyer und AK-Präsident Erwin Zangerl von der grundsätzlich hohen Bereitschaft in der Bevölkerung, eine Arbeit im Tourismus anzunehmen. Demnach könnten sich 32 Prozent der Befragten auf jeden Fall und weitere 25 Prozent eher schon vorstellen, im Tourismus zu arbeiten (in Summe damit eine Mehrheit von 57 Prozent). Bei den 16- bis 29-Jährigen liegt die grundsätzliche Bereitschaft bei sogar 80 Prozent, bei den 30- bis 39-Jährigen immerhin auch noch bei 64 Prozent. Insgesamt 43 Prozent können sich eine Arbeit im heimischen Tourismus hingegen weniger oder gar nicht vorstellen.

Gefragt hat market aber auch nach den Gründen, die gegen eine Arbeit im Tourismus sprechen. Der relativ größte Anteil (32 Prozent) nannte als Begründung, dass ein Tourismus-Job uninteressant sei oder man einen Job bzw. Ausbildung in einem anderen Bereich habe. Von jeweils einem guten Fünftel wurden eine zu schlechte Bezahlung bzw. zu viele Überstunden genannt, 14 Prozent nannten unattraktive Arbeitsbedingungen als Hindernis. Als weitere Hemmnisse angeführt werden Arbeit in der Nacht und an den Wochenenden, zu wenig Freizeit und Urlaub, aber auch unfreundliche Touristen oder das Fehlen von entsprechenden Betrieben in der betreffenden Region.

Für Beutelmeyer und Zangerl wäre noch vieles an Mitarbeiter-Potenzial im Land da, dafür gelte es die Arbeitsbedingungen zu verbessern.


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