Ohne Rücklagen in den Ausfall: Handel fordert Öffnung am 4. Adventsonntag

Der Handel fordert, den vierten Adventsonntag zu öffnen und Hilfen zu überarbeiten.

  • Artikel
  • Diskussion (1)
Der Handel will einen Shopping-Sonntag, der ÖGB ist dagegen.
© Thomas Böhm

Innsbruck, Wien – Wiens Handelsobfrau Margarete Gumprecht spricht sich für eine Öffnung des Handels am vierten Adventsonntag aus. Denn der Lockdown fällt in die umsatzstärkste Zeit, der zusätzliche Einkaufstag am 19. Dezember wäre eine Möglichkeit, einen kleinen Teil der entgangenen Umsätze im Weihnachtsgeschäft nachzuholen, sagt sie. Der Handelsverband schloss sich der Forderung an.

Auch der Tiroler Handel sei „natürlich dafür, jede Möglichkeit, die es gibt, den Umsatzverlust zu kompensieren, auszuloten. Dabei müssen aber immer die Sozialpartner ins Boot geholt werden“, sagt Simon Franzoi, Spartengeschäftsführer des Handels in der Tiroler Wirtschaftskammer. Ansonsten komme es zu Diskussionen, die in Zeiten wie diesen niemanden helfen würden. Tatsächlich meldete sich gestern bereits der ÖGB Tirol zu Wort: „Es gibt keinen Grund, eine Sonntagsöffnung nach dem Lockdown für Einkaufszentren oder generell für den Handel zu ermöglichen. 72 Stunden die Woche von Montag bis Samstag sind absolut ausreichend, um die Einkaufbedürfnisse – auch die vor Weihnachten – zu decken“, sagt Elisabeth Braun, Wirtschaftsbereichsvorsitzende für den Handel der Gewerkschaft GPA. Sie ortet einen fadenscheinigen Grund für eine allgemeine Sonntagsöffnung – und die komme für die Gewerkschaft nicht in Frage.

Der zusätzliche Sonntag wäre aber ohnehin nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Zwar sei man in Zeiten wie diesen um jeden Tropfen dankbar, sagt Franzoi, wichtiger wäre es aber, „die Hilfen zugänglicher und treffsicherer zu machen“. Würden diese nämlich „kommen, wie aktuell kolportiert, werden wir die Handelsstruktur, wie wir sie jetzt kennen, nicht mehr vorfinden“, sagt Franzoi. Denn dann würden „kleine und Familienbetriebe die Krise nicht überleben. Während zu Beginn der Pandemie noch Rücklagen da waren, sind sie das nach 20 Monaten in der Krise nicht mehr.“ Der erneute Totalausfall könne also für manche Händler das Todesurteil sein, so Franzoi, der eine Anpassung fordert. (ah)

Jetzt eine von drei Tourenrodel oder Lunch-Set gewinnen

TT-ePaper 4 Wochen gratis ausprobieren, ohne automatische Verlängerung


Kommentieren


Schlagworte