Anlage im Kaunertal warnt bei Murengefahr

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Im Sommer 2019 verschüttete eine gewaltige Mure die Kaunertaler Gletscherstraße auf einer Länge von 800 Metern.
© Reichle

Kaunertal – Es war der größte Mureinstoß im Kaunertal bisher. Im Sommer 2019 brachte der Rötbach Unmengen an Schotter und Schlamm ins Tal und verschüttete die Kaunertaler Gletscherstraße auf einer Länge von 800 Metern. 80 Personen waren durch die Mure von der Außenwelt abgeschnitten.

Es ist nicht der einzige Vorfall der jüngeren Geschichte. Auch der Fissladbach und Watzebach wurden zuletzt immer wieder auffällig. „Wir müssen auch in Zukunft mit Muren in diesem Bereich rechnen“, sagt der Kaunertaler Bürgermeister Pepi Raich. Unglaubliche 126.000 Kubikmeter Geschiebematerial haben die Seitenbäche in den letzten sechs Jahren in der Fagge abgelagert und damit Kosten in Höhe von 2,8 Mio. Euro verursacht.

Mit einem neuen Muren-Monitoring will man nun verhindern, dass jemand in den Gefahrenbereich einfährt und dabei verschüttet wird. Es misst Niederschlag, Lufttemperatur und Luftfeuchte permanent an vier Standorten. Zudem wird das Gebiet unterhalb des Abrissbereichs radarüberwacht. „Werden definierte Grenzwerte überschritten oder löst das Radar aus, schaltet die Ampelanlage an der Kaunertaler Gletscherstraße im Bereich Wolfskehr auf Rot“, sagt Raich.

Insgesamt 122.000 Euro kostet das System, es wird zu 80 Prozent über die Ländliche Entwicklung von EU, Bund und Land finanziert. Zusätzlich investieren Land, Bund und Gemeinde 276.000 Euro in den Bau von zwei neuen Rückhaltebecken beim Hoppwald. „Damit wird das Rückhaltevolumen von 1500 auf ca. 10.000 Kubikmeter erhöht“, erklärt LHStv. Josef Geisler.

Weitere 400.000 Euro werden talauswärts verbaut. Ein 400 Meter langes Teilstück der Kaunertalstraße wird derzeit im Bereich des Hohen Schrofen fünf Meter von einer 150 hohen Felswand abgerückt. Beim Nufler Raich, wo im Mai ein Fels auf die Fahrbahn donnerte, wird ein Schutznetz angebracht. (mr)


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