Nur virtuelles Licht zum Lichterfest in den Tiroler Landesmuseen

Zwei gestern eröffnete Sonderschauen sollen in den TLM auf die besinnliche Zeit einstimmen. Sehen kann man sie nach dem Lockdown.

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Friedrich Biedermanns Lichtinstallation startet mit Beginn des Chanukka-Festes, am kommenden Sonntag, 28. November, ab 17.15 Uhr.
© TLM

Innsbruck – „Wir sperren auf, sobald es möglich ist“, betonte Peter Assmann bei der gestrigen, virtuellen Einführung in die neuen Sonderausstellungen der Tiroler Landesmuseen (TLM). Der Direktor hofft auf den 13. Dezember als Ende des Museumslockdowns. Eröffnet wurde gestern dennoch – rein virtuell. Die Einstimmung auf die besinnliche Zeit wollen sich die TLM nicht von der Pandemie vermiesen lassen. Schließlich funktionieren die Sonderschauen „Chanukka“ (im Ferdinandeum) und „Il tempo dei presepi“ (im Volkskunstmuseum) nur in der Weihnachtszeit. Über die Symbolik des Lichtes soll in den nächsten Wochen eine interreligiöse Auseinandersetzung gelingen, heißt es. Ob sie funktioniert, davon kann man sich erst überzeugen, wenn die Infektionszahlen es zulassen.

Fix ist, beide Schauen schlagen einmal mehr die Brücke zu Assmanns ehemaliger Wirkstätte Italien. Im Volkskunstmuseum bleibt man traditionell christlich, zu Gast ist eine barocke Krippe aus dem Genueser Museo Giannettino Luxoro. Unterschiede zu Tiroler Krippenkunst gibt es etliche, so Volkskunstmuseumschef Karl C. Berger. Zu erkennen etwa in der Figur des Bettlers.

Das Ferdinandeum hingegen widmet sich der jüdischen Kultur. Gezeigt werden zeitgenössische, künstlerische Interpretationen der Chanukkia, des acht- bzw. neunarmigen Leuchters, der zum jüdischen Lichterfest entzündet wird. Bei Roland Topori wird das religiöse Symbol beispielsweise ein Händepaar, bei Marco Lodola eine bunte Neonarbeit. Geliehen hat sich Kuratorin Veronika Schürr die ungewöhnliche Sammlung aus dem piemontesischen Museo dei Lumi. Die jüdische Gemeinde in Casale Monferrato hat bis heute 125 solcher Werke angesammelt.

Zum Lichtthema passt die neue, künstlerische Intervention „Chanukka in between light“ von Friedrich Biedermann an der Fassade des Ferdinandeums. Es ist die einzige Arbeit, die im Lockdown physisch zu erleben ist. Wie bei der Chanukkia leuchtet auch bei Biedermanns Werk pro Tag ein weiteres Licht. Komplettiert wird die Arbeit durch das finale, neunte Licht: Die Eingangstür des Museums. Wann dort aber wieder Licht brennt, ist noch unklar. (bunt)

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