Im Igler Eiskanal wartet auf Flock, Maier und Co. die zweite Weltcup-Chance

Ob Kältekammer oder neue Kufen: Skeleton-Ass Janine Flock greift heute (14.30/ORF Sport+) in Igls nach dem Podest, die Bobfahrer tüftelten am Material.

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Nach Platz vier am vergangenen Wochenende will Benjamin Maier beim zweiten Igls-Weltcup (Samstag Zweier, Sonntag Vierer) aufs Podest.
© APA/EXPA

Igls – Skeleton-Aushängeschild Janine Flock hat bei ihren zahlreichen Erfolgen oft genug bewiesen, wie „cool“ sie ist. Doch der Eiskanal in Igls ist ihr offenbar nicht kalt genug. Seit dem Weltcup-Auftakt vor einer Woche auf ihrer Heimbahn begab sich die Rumerin täglich in die Kältekammer. Bei rund minus 110 Grad Celsius machte es sich die 32-Jährige (für kurze Zeit) „gemütlich“. Und das alles, um ihren Körper und vor allem den angeschlagenen Rücken im Bandscheibenbereich wieder auf Vordermann zu bringen. „Das Team vom Stoffwechselinstitut ist auf meine Probleme aufmerksam geworden und hat mich kontaktiert, ob ich das ausprobieren will. Da ich schon länger mit diesem Gedanken gespielt habe, war ich sofort dazu bereit“, erklärt die amtierende Gesamtweltcup-Siegerin.

Der Ausflug in die Kältekammer dürfte sich positiv ausgewirkt haben, denn bei der Sechsten vom ersten Igls-Rennen geht es gesundheitlich aufwärts. „Mir ging’s von Tag zu Tag besser. Ich war wirklich sehr erschöpft und gestresst. Jetzt hoff’ ich, dass ich am Start wieder mehr von meinem Leistungspotenzial abrufen kann“, so Flock.

Die Heeressportlerin will heute (14.30 Uhr/live ORF Sport+) wieder „Anschluss an die Top-Starterinnen finden“. „Es könnte ein Rennen bei Schneefall werden. Daher sind Vorhersagen schwer zu treffen. Eigentlich ist ein Podestplatz fast nicht realistisch. Doch ich werde voll angreifen! Mit einer perfekten Leistung in der Bahn sind auch die Startraketen zu biegen. Das hab’ ich im vergangenen Jahr mit drei Podestplätzen in Igls bewiesen“, betont die Tirolerin.

Für Samuel Maier und Florian Auer ist heute (10 Uhr/live ORF Sport+) ein Podestplatz wohl außer Reichweite. Maier, letzten Freitag Elfter, hadert noch mit seinem Oberschenkel. „Es zwickt noch immer ein bisschen, wir haben es aber schon gut in den Griff bekommen“, verrät der Rumer. Teamkollege Auer wechselt nach seinem verpatzten Auftakt mit Rang 26 zurück auf sein altes Material: „Auch wenn ich viel Geld in den neuen Schlitten investiert habe, greife ich lieber auf das Altbewährte zurück.“

Im heimischen Bob-Lager indes ist die Freude über das „Comeback“ von Wolfgang Stampfer groß. Der Cheftrainer hatte sich vor wenigen Tagen bei einem Sturz am Kopf verletzt und musste kurzzeitig ins Krankenhaus. Der 49-jährige Tiroler wird sein Team wieder in gewohnter Manier unterstützen: Bei Katrin Beierl sei im Zweierbob ein Top-sechs-Ergebnis ebenso realistisch wie für den Rumer Benjamin Maier. „Das sind Hundertstelentscheidungen. Im Vierer streben wir neuerlich das Podest an.“

Der Sistranser Markus Treichl setzt nach einem verkorksten Heim-Auftakt (Ränge 22 und 20) auf neue Kufen. Stampfer: „Wir müssen nach dem Ausschlussprinzip vorgehen, um herauszufinden, was zuletzt die Zeitrückstände verursacht hat.“ (alm, ben)


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