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Aufklärung über Covid: Politik gibt Experten den Vortritt

Die Landwirtschafts- und die Wirtschaftskammer haben Ärzte gebeten, über das Impfen und Covid aufzuklären.

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Landwirtschaftskammer-Präsident Josef Hechenberger.
© Thomas Murauer

Innsbruck – Um wieder mehr Sachlichkeit in die Diskussion zu bringen und die Spaltung der Gesellschaft nicht weiter voranzutreiben, habe man Experten eingeladen. Das war der Tenor der Präsidenten der Landwirtschaftskammer und der Wirtschaftskammer, Josef Hechenberger und Christoph Walser, am Freitag bei einer Pressekonferenz in Innsbruck. Neben Hechenberger saßen dann auch der Leiter des Departements Kinder- und Jugendheilkunde, Thomas Müller, und der Leiter der Inneren Medizin I, Herbert Tilg, am Podium.

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Viele Neuinfektionen bei Kindern

Einhelliger Tenor der Experten: Die Impfrate müsse steigen. Ob die Impfung gegen die neue Südafrika Variante des Virus hilft, konnte kein Experte am Freitag sagen. Müller hält die Impfung von fünf- bis elfjährigen Kindern für „enorm wichtig“. Gerade diese Altersgruppe zeige eine hohe Zahl von Neuinfektionen. Die Schüler werden dreimal pro Woche getestet.

Auf die Nebenwirkungen angesprochen meinte Müller, dass es in Österreich bereits 3700 Kinder gebe, die doppelt geimpft seien. In den USA seien es drei Millionen Kinder. „Nebenwirkungen muss man melden. Sie zu vertuschen, ist unmöglich.“ Bei Kindern seien keine Herzmuskelentzündungen aufgetreten.

Herzmuskelentzündungen und ein plötzlicher Herztod werden immer wieder als Folge von Impfungen genannt. „Es gibt keine überzeugenden Daten, dass ein plötzlicher Herztod mit der Impfung zu tun hat“, sagte Tilg. Ein plötzlicher Herztod könne immer auftreten, altersunabhängig. Dass sich solche in den letzten Monaten gehäuft hätten, kann Tilg nicht bestätigen.

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Von den in Innsbruck auf der Intensivstation liegenden 28 Patienten seien 85 Prozent ungeimpft, 15 Prozent geimpft, kein Genesener ist dabei. Ob Genesene nie oder seltener als Geimpfte auf der Intensivstation landen, konnte Tilg ad hoc nicht beantworten. Das müsse man sich genauer ansehen.

Nachzusehen, wie viele Antikörper man hat, halten beide Ärzte nur für bedingt sinnvoll. Es gebe keinen Schwellenwert und außerdem seien Immunzellen, deren Bedeutung größer sei als die der Antikörper, nicht messbar. „Die breite Masse kann sich nach vier bis sechs Monaten nachimpfen lassen“, meinte Tilg.

Wie lange der dritte Stich hält und ob damit tatsächlich eine Grundimmunisierung erreicht wird, „kann niemand sagen“. Man müsse nach Israel schauen. Ebendort hatte sich im Sommer bereits abgezeichnet, dass die schützende Wirkung der Impfung nach wenigen Monaten stark nachlässt. Israel hat dann mit Auffrischungsimpfungen begonnen. Reagiert hat die österreichische Bundesregierung darauf nicht. „Ich hoffe, der dritte Stich hält ein Jahr. Aber das ist Spekulation“, meinte Tilg. Müller empfiehlt eine Auffrischungsimpfung auch für Jugendliche ab 16 Jahren. Am Sonntag ist wieder Impftag in Tirol. (aheu)


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