Ruf nach Visum für afghanische Forscherin Amena Karimyan

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Die afghanische Forscherin Amena Karimyan befindet sich derzeit in Pakistan – und hofft auf ein Visum für Österreich.
© Karimyan

Wien, Islamabad – Frauenrechtlerinnnen und gebildete Frauen leben seit der Machtübernahme der islamistischen Taliban in Afghanistan in ständiger Gefahr. Als einziger Ausweg bleibt für viele nur die Flucht. Eine von ihnen ist Amena Karimyan. „Die 25-jährige Forscherin und Frauenrechtsaktivistin habe ihr Leben riskiert, um aus Afghanistan zur österreichischen Botschaft in Pakistan zu gelangen. Auf dem Weg sei sie zwischenzeitlich von Taliban verhaftet und geschlagen worden“, erklärte Alexander Pollak von SOS Mitmensch kürzlich.

Warum gerade zur österreichischen Botschaft? Das Außenministerium habe der studierten Astronomin, die zu einem dreimonatigen Forschungsaufenthalt in Österreich eingeladen worden sei, zuerst schriftlich ein Visum zugesichert, sagt Pollak. „Nachdem sie sich mit dem Schutzbrief zur Botschaft in Pakistan durchgeschlagen habe, sei der Visumsantrag aber abgelehnt worden.“

SOS Mitmensch veröffentlichte auf seiner Webseite diesen so genannten Schutzbrief der österreichischen Botschaft. Darin steht, dass ein Visum zur Einreise nach Österreich in der Botschaft in Islamabad (Pakistans Hauptstadt) abholbereit sei. Pollak ist fassungslos ob der Vorgangsweise des Außenministeriums: „Man hat Karimyan zwar den Grenzübertritt ermöglicht, sie dann aber in einer höchst prekären Lage im Stich gelassen. So geht man nicht mit Menschen um.“

Seitens des Außenministeriums hieß es zuvor gegenüber der APA: Ziel sei es gewesen, „die Menschen möglichst rasch in Sicherheit zu bringen“. Um den Grenzübertritt auf dem Landweg unter anderem in Richtung Pakistan zu ermöglichen, seien „Schutzbriefe“ ausgestellt worden. „Rechtlich ist es nicht möglich, ein Visum vor Prüfung des Antrags zuzusagen. Wo sich bei Prüfung des Antrags zeigt, dass die Voraussetzungen für die Erteilung nicht gegeben sind, darf das Visum nicht erteilt werden.“

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SOS Mitmensch ruft nun Außenminister Michael Linhart (ÖVP) dazu auf, Karimyan umgehend ein Visum auszustellen. Bisher haben über 5400 Menschen einen Eil-Appell an den österreichischen Außenminister unterzeichnet. (sas)


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